Russland hat die Entwicklung seines eigenen Satellitenkommunikationssystems "Rasswet" (russ. Рассвет) deutlich beschleunigt, das als heimische Alternative zum amerikanischen Starlink dienen soll, erklärte am Montag der stellvertretende Chef der Hauptverwaltung für Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Wadym Skibizki. Das Tempo der Satellitenstarts übertrifft die ursprünglichen russischen Pläne, was in Kiew Alarm ausgelöst hat.
"Moskau führt ‚Rasswet' ein, praktisch das russische Pendant zum Starlink-System. Sie haben begonnen, es deutlich schneller zu starten, als in ihren Plänen vorgesehen", sagte Skibizki, wie das regionale Portal Webtribune berichtet.
Ambitionierte Pläne: von 16 auf fast tausend Satelliten
Nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes hat Russland bereits im März 2026 16 Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht. Die Pläne sind jedoch weitaus ehrgeiziger: Bis 2027 soll die Konstellation auf 292 Satelliten anwachsen, bis 2035 sogar auf 924. Die Satelliten werden von der russischen Firma "Büro 1440" entwickelt.
Derzeit ist die operative Fähigkeit des Systems durch die Position der Satelliten im Orbit begrenzt. Die "Rasswet"-Satelliten überfliegen das ukrainische Territorium viermal täglich und ermöglichen mindestens zwei Kommunikationsfenster pro Tag, wobei jedes länger als eine Stunde dauert. Dies bietet noch keine kontinuierliche Satellitenverbindung, aber eine Erhöhung der Satellitenzahl sollte diese Einschränkung beseitigen.
Wie kann man sich gegen Rasswet verteidigen?
Skibizki betont, dass die Situation kritisch würde, sobald Russland die vollständige geplante Konstellation im Orbit platziert hat. "Wenn die Russen die volle Satellitengruppe einsetzen, wird dieses System wie Starlink funktionieren. Es wird bereits darüber diskutiert, wie man sich dagegen verteidigen kann", warnte der hochrangige ukrainische Beamte.
Die Entwicklung von "Rasswet" wird vom ukrainischen Militärgeheimdienst genau beobachtet, da das System nach Erreichen der vollen operativen Fähigkeit der russischen Armee eine stabile Kommunikation unabhängig von bestehenden ausländischen Systemen ermöglichen könnte. Ein vollständiges Satellitennetzwerk würde Russland eine Kommunikationsresilienz bieten, wie sie die Ukraine bisher durch Starlink erhalten hat.