Die russischen Rohölexporte sind erstmals seit sechs Wochen unter die Marke von 4 Millionen Barrel pro Tag gefallen und sanken im Vierwochenzeitraum bis zum 2. August 2026 auf 3,9 Millionen Barrel pro Tag, wie aus von Bloomberg analysierten Daten hervorgeht. Dies ist der niedrigste Exportstand seit Mitte Juni.
Vorübergehende Flaute ermöglicht Reparaturen
Der Exportrückgang folgte darauf, dass die Ukraine in der zweiten Julihälfte ihre Angriffe vorübergehend von Raffinerien auf Tanker im Schwarzen und Asowschen Meer sowie auf Lagerhäuser im Westen Russlands verlagert hat. Diese kurze Flaute ermöglichte es russischen Verarbeitern, Reparaturen durchzuführen und die Verarbeitungsraten zu erhöhen, wodurch Barrel aus dem Exportstrom abgezogen wurden.
Doch letzte Woche wurden die Raffinerien erneut angegriffen. Betroffen waren die Anlage von Rosneft in Rjasan, die Raffinerie von Lukoil in Wolgograd sowie Anlagen in Ufa und Saratow. Es wird erwartet, dass diese neuen Angriffe die Exporte in den kommenden Wochen wieder erhöhen könnten.
Starker wöchentlicher Rückgang der Lieferungen
Die wöchentlichen Lieferungen fielen stark auf 3,52 Millionen Barrel pro Tag, ein deutlicher Rückgang gegenüber den revidierten 4,21 Millionen Barrel pro Tag der Vorwoche. Trotzdem liegen die durchschnittlichen Jahresströme von 3,63 Millionen Barrel pro Tag seit Jahresbeginn weiterhin über dem vollen Jahresdurchschnitt für jedes Jahr seit der Invasion in der Ukraine 2022.
Der Bruttowert der Exporte auf Vierwochenbasis stieg jedoch um 60 Millionen Dollar auf 1,69 Milliarden Dollar pro Woche, da höhere Preise für die Ölsorten Urals und ESPO den Rückgang des Volumens ausglichen. Im Gegensatz dazu fiel der Wochenwert der Exporte um etwa 410 Millionen Dollar auf 1,67 Milliarden Dollar, beeinflusst durch geringere Ströme und niedrigere Preise.
Logistische Herausforderungen und Lagerbildung
Die Menge an russischem Öl auf See ist stark auf etwa 120 Millionen Barrel gefallen, begünstigt durch geringere Lieferungen, obwohl die Lieferungen nach Indien weiterhin nahe Rekordniveau liegen. Gleichzeitig werden zunehmende logistische Probleme verzeichnet. Verzögerungen beim Entladen von russischem Öl vor der Küste Ägyptens haben sich auf etwa eineinhalb Monate verlängert, während sie zu Beginn des Jahres weniger als eine Woche betrugen. Zudem haben sich Dutzende arktischer Ölladungen vor Singapur für Umladungen von Schiff zu Schiff angestaut, oft mit deaktivierten Ortungssystemen.
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