Die Administration von US-Präsident Donald Trump hat einen geheimen Deal zwischen Syrien, Israel und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) über die Beseitigung von Nuklearmaterial vermittelt, das aus dem geheimen Programm des ehemaligen syrischen Präsidenten Bashar al-Assad übrig geblieben ist. Die Nachricht wurde am Montag von Axios unter Berufung auf israelische und amerikanische Beamte veröffentlicht.
Das Material befindet sich laut Angaben an einem Ort namens "Site 99" und umfasst Yellowcake und andere Überreste aus dem Projekt des Nuklearreaktors Al-Kibar. Obwohl es nicht direkt für den Bau von Atomwaffen verwendet werden kann, warnen US-Beamte vor der Gefahr seiner Verwendung in einer sogenannten "schmutzigen Bombe".
Israels Drohungen und Angst vor Eskalation mit der Türkei
Israel hat die syrischen Nuklearanlagen genau beobachtet, wobei die besondere Aufmerksamkeit dem Ort "Site 99" galt. Jerusalem habe laut Axios deutlich gemacht, dass es nicht zulassen werde, dass Nuklearmaterial an diesem Ort verbleibt. Inoffiziell wurde sogar mit einer erneuten Bombardierung der Anlage gedroht, falls das Material nicht entfernt wird oder Syrien Anzeichen zeigt, darauf zugreifen zu wollen.
Zusätzliche Besorgnis erregten Berichte, dass die Türkei der neuen syrischen Regierung beim Zugang zu diesem Material helfen könnte. Gerade die Angst vor einer möglichen Eskalation des Konflikts zwischen Israel, Syrien und der Türkei war ein entscheidender Anstoß für das beschleunigte diplomatische Handeln der USA.
Abkommen vor einigen Wochen erzielt
Die USA und Israel haben mehr als ein Jahr lang über den besten Weg zur Lösung des Problems "Site 99" diskutiert. Nach monatelangem Austausch von Drohungen und diplomatischer Korrespondenz wurde die Lösung vor einigen Wochen erreicht, wobei der gesamte Prozess streng geheim gehalten wurde.
"Sehr wenige Menschen in den USA, Israel und Syrien wussten davon", sagte ein US-Beamter gegenüber Axios. Dabei betonte er, dass sich die neue syrische Regierung als "guter Partner" in dieser neu etablierten Zusammenarbeit erwiesen habe.
Hintergrund: Al-Kibar und Assads geheimes Programm
Der Reaktor Al-Kibar, eine Anlage zur Plutoniumproduktion in der Region Dayr Az Zawr im Nordosten Syriens, wurde während der Herrschaft von Bashar al-Assad gebaut. Nach Assads Sturz hat die IAEA ein Abkommen mit der neuen syrischen Regierung über den Besuch des Reaktors und anderer Nuklearanlagen unterzeichnet.
Interessanterweise haben syrische Beamte laut Quellen bestritten, Kenntnis von der Existenz von Nuklearmaterial an der Stätte "Site 99" zu haben. Die Operation zur Entfernung des Materials läuft und wird laut Clash Report voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Treffen zwischen Trump und al-Sharaa in Ankara
Die Vereinbarung kommt im Kontext der Stärkung der Beziehungen zwischen den USA und der neuen syrischen Administration. Präsident Donald Trump traf sich am 8. Juli 2026 am Rande des NATO-Gipfels in Ankara mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa. Dieses Treffen, so der Jerusalem Post, bestätigt Trumps Ansatz gegenüber Syrien und zeigt, wie seine Administration enge Beziehungen zu Damaskus nutzt, um potenzielle Krisen zu neutralisieren.