Die Vereinigten Staaten haben in den letzten 18 Monaten die Hälfte ihrer Bestände an Tomahawk-Marschflugkörpern verbraucht, und der Bestand an PAC-3-Abfangraketen für das Patriot-System ist auf weniger als 800 Stück gefallen, berichtet The Sunday Times. Als einer der Hauptgründe wird ein jahrelanges Ungleichgewicht bei den Verteidigungsausgaben des Pentagons genannt, das enorme Mittel in Flugzeuge, Schiffe und andere teure Plattformen gelenkt hat, während dem Aufbau großer Munitionsbestände deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Besonders ausgeprägt ist das Problem bei den PAC-3-Raketen für das Patriot-System. Anfang 2022 verfügten die USA über etwa 3.100 solcher Abfangraketen. Seitdem wurden etwa 600 Raketen an die Ukraine übergeben, Hunderte wurden während 2024 und 2025 im Nahen Osten verbraucht, und weitere etwa 1.200 wurden laut Zeitungsangaben nach Beginn des Krieges mit dem Iran eingesetzt.
Produktion hält mit Verbrauch nicht Schritt
Die Produktion einer PAC-3-Rakete dauert etwa zwei Jahre und kostet ungefähr 4 Millionen US-Dollar. Das Pentagon begann bereits 2022, die Produktionskapazitäten auszuweiten, doch eine schnelle Auffüllung der Arsenale ist, wie The Sunday Times warnt, nicht realistisch umsetzbar. Die Situation wird zusätzlich dadurch erschwert, dass die amerikanische Munition deutlich schneller verbraucht wird, als die Rüstungsindustrie sie produzieren kann.
Chinesischer Faktor im Hintergrund
Die Zeitung erinnert in diesem Zusammenhang auch an China, das Schätzungen zufolge über etwa 1.200 ballistische Raketen verfügt, die gegen amerikanische Streitkräfte in der Pazifikregion gerichtet werden könnten. Damit wird die strategische Verwundbarkeit der USA nicht nur durch aktuelle Konflikte betrachtet, sondern auch durch potenzielle zukünftige Szenarien im Pazifik.
Die Quellen, auf denen der Bericht basiert, sind die Telegram-Kanäle RVvoenkor und UNIAN Ukraine, die die Angaben von The Sunday Times übermittelt haben. Konkrete Reaktionen des Pentagons auf die veröffentlichten Zahlen werden in den Quellen nicht genannt.