Nachdem Samsung 2019 die Revolution der Falthandys gestartet hatte, hat das Unternehmen nun ein neues Kapitel aufgeschlagen und das Galaxy Z Fold8 vorgestellt, ein Gerät, das auf das hohe Format zugunsten eines breiteren und niedrigeren Gehäuses verzichtet. In den letzten Tagen hatte ich Gelegenheit, dieses Handy im Alltag zu testen, einschließlich einer Zugfahrt von Zagreb nach Bjelovar, wo es Neugier und Begeisterung beim Schaffner weckte, der es sofort erkannte.
Kompakte Würfelform, die Blicke auf sich zieht
Die erste Begegnung mit dem Fold8 ist ungewöhnlich. Wir sind hohe Handys gewohnt, hier erhalten wir ein Gerät, dessen Breite im zusammengeklappten Zustand mehr als acht Zentimeter beträgt. Obwohl ich zu den Nutzern gehöre, die Bildschirmdiagonalen über 6,1 Zoll für die Einhandbedienung als unpraktisch erachten, habe ich mich schnell an die neue Dimension gewöhnt. Das äußere Display mit 5,5 Zoll und einem Seitenverhältnis von 10:16 erwies sich als überraschend praktisch. "Die Breite des äußeren Displays erwies sich als praktischer für das Tippen von Nachrichten (mit beiden Händen), und Nachrichten sowie Benachrichtigungen lassen sich auf diesem Bildschirm einfacher und schneller verfolgen", bemerkte der Autor des Artikels für Večernji.hr. Tatsächlich erledigte ich die meisten alltäglichen Aktivitäten, sogar das Ansehen von Inhalten auf Netflix, auf dem äußeren Display.
Zwei hervorragende Displays und neue Falttechnologie
Im aufgeklappten Zustand steht ein inneres Display mit 7,6 Zoll Diagonale und einem Seitenverhältnis von 4:3 zur Verfügung, das sich durch Drehen in den Hochformatmodus in 3:4 verwandelt. Diese Seitenverhältnisse sind hervorragend für das Ansehen von Videos, aber auch zum Lesen von Büchern, beispielsweise über die Kindle-App, die den Text in zwei Spalten aufteilen kann. "Sowohl das äußere als auch das innere Display scheinen von ausgezeichneter Qualität zu sein, sie sind attraktiv, scharf und haben ausreichend Helligkeit", heißt es in der Rezension. Samsung hat die neue Falttechnologie Flex Titanium integriert, die eine Folie aus Titanlegierung und eine neue Trägerplatte kombiniert, was die Stabilität des Displays erhöht und die Sichtbarkeit der Falte verringert. Das Gerät ist außerdem dünner als je zuvor: nur 4,5 Millimeter im geöffneten Zustand und 9,7 Millimeter im geschlossenen Zustand, bei einem Gewicht von 201 Gramm.
Nachteil des neuen Designs: Kamera im Bildausschnitt
Das neue, niedrigere Format bringt auch einen Nachteil mit sich. Da die Kameras tiefer positioniert sind als bei herkömmlichen hohen Handys, kann die Aussparung der inneren Kamera nun deutlich stärker in den Bildausschnitt des betrachteten Inhalts hineinragen. Beispielsweise erschien beim Ansehen der Serie Person of Interest das schwarze Loch der Kamera mitten im Kopf einer der Figuren. "Mit anderen Worten: Die Aussparung der inneren Kamera ist jetzt viel auffälliger und kann in manchen Situationen das Seherlebnis stören", so der Autor. Ähnliches gilt für die hinteren Kameras, die ebenfalls tiefer positioniert sind, sodass Finger beim Fotografieren ins Bild geraten konnten.
Akku, der überrascht, und gelegentliche Erwärmung
Das Fold8 verfügt über einen Akku mit 4800 mAh, was etwas weniger ist als beim Ultra-Modell, aber in der Praxis erwies er sich als ausdauernd. Meistens hielt der Akku anderthalb Tage, regelmäßig mit mehr als 5 Stunden Bildschirmzeit. In einem Test blieben nach 5 Stunden und 20 Minuten Bildschirmzeit am zweiten Tag um 13:25 Uhr noch 18 Prozent Akku übrig. Es gab auch Tage mit sieben Stunden Bildschirmzeit. Beim Ansehen von zwei Stunden Netflix betrug der Verbrauch 24 Prozent. Was das Laden betrifft, so lädt das Gerät in 15 Minuten auf 26 Prozent, in einer halben Stunde auf 52 Prozent, in 45 Minuten auf 74 Prozent und in einer Stunde auf 92 Prozent. Eine vollständige Aufladung von leerem Akku dauert 1 Stunde und 16 Minuten. Allerdings wurde auch eine gelegentliche Erwärmung des Geräts festgestellt, wenn es zusammengeklappt und unter intensiverer Belastung war, wie zum Beispiel beim stundenlangen Ansehen von Serien oder beim Fotografieren.
Größter Kompromiss: Fehlen der Telefotokamera
Der größte Kritikpunkt betrifft die Kameras. Bei einem Einstiegspreis von 1999 Euro sind die Erwartungen hoch, doch das Fold8 kommt mit einer Dual-Kamera mit 50-Megapixel-Objektiven, während die fortschrittlichere 200-Megapixel-Kamera sowie die Telefotokamera dem Modell Fold8 Ultra vorbehalten sind. Es steht nur ein 10-facher digitaler Zoom zur Verfügung. "Die Kameras sind für ein Samsung-Flaggschiff standardmäßig solide, aber genau hier wurde die größte Kompromissentscheidung getroffen und meiner Meinung nach das größte Fragezeichen gesetzt", heißt es in der Rezension. Die Hauptkamera wird Sie bei Tageslicht gut bedienen, während Nachtaufnahmen etwas weicher und weniger scharf sind. Unter den neuen Softwarefunktionen stechen Dual Recording für die gleichzeitige Aufnahme beider Seiten eines Ereignisses und My FanCam für die automatische Verfolgung einer ausgewählten Person hervor.
Fazit: Mutiger Schritt mit einigen Schwächen
Das Galaxy Z Fold8 ist zweifellos ein mutiger Schritt, der die Zukunft der Smartphones definieren könnte. "Samsung hat in einigen Bereichen für seine neue Art von Falt-Handys gewisse Kompromisse gemacht, gleichzeitig aber eine neue Art von Gerät vorgestellt, die die Zukunft der Smartphones darstellen könnte", schlussfolgert der Autor. Mit hervorragenden Displays, starker Leistung und verbessertem Akku sind die größten Pluspunkte das neue Design und die Praktikabilität. Auf der anderen Seite sind der hohe Preis, das Fehlen der Telefotokamera und die gelegentliche Erwärmung deutliche Anzeichen dafür, dass Samsung noch Raum für Verbesserungen hat. Trotzdem deuten die ersten Bestellzahlen darauf hin, dass das Fold8 eines der meistverkauften Faltgeräte werden könnte. Wichtig zu erwähnen ist, dass das Galaxy Z Fold8 nach Erfahrung des Autors keine offizielle Wasserbeständigkeitszertifizierung besitzt.