Das Gefühl ständiger Wärme, selbst wenn sich andere um einen herum völlig wohlfühlen, ist nicht nur eine Frage der Sommermonate. Überhitzung und vermehrtes Schwitzen können Signale sein, die der Körper sendet, und ihre Ursachen reichen von völlig harmlosen bis zu solchen, die ärztliche Aufmerksamkeit erfordern. Das Portal Health bietet einen Überblick über sieben mögliche Gründe, warum Ihnen ständig heiß ist.
Diabetes und Temperaturregulation
Insulin ist ein Hormon, das dem Körper hilft, Glukose aus dem Blut als Energiequelle zu nutzen. Bei Diabetes mellitus produziert der Körper entweder nicht genug Insulin oder nutzt es nicht richtig, was zu erhöhtem Blutzucker führt. Ist der Blutzucker über einen längeren Zeitraum erhöht, können Schäden an Blutgefäßen und Nerven entstehen, was bei manchen Menschen das Schwitzen und die Regulierung der Körpertemperatur beeinträchtigen kann. Daher sind Diabetiker oft anfälliger für Hitze.
Überfunktion der Schilddrüse
Hyperthyreose oder Schilddrüsenüberfunktion ist ein Zustand, bei dem die Schilddrüse mehr Hormone produziert, als der Körper benötigt. Der häufigste Auslöser ist Morbus Basedow, aber auch Knoten in der Schilddrüse, Entzündungen und übermäßige Jodzufuhr sind möglich. Eines der Anzeichen kann eine schlechte Hitzetoleranz sein. Zudem können vermehrtes Schwitzen, schneller Puls, Müdigkeit, Muskelschwäche und Handzittern auftreten.
Schwangerschaft und Veränderungen im Körper
Während der Schwangerschaft ist es durchaus möglich, häufiger Wärme zu spüren. Der Körper verändert sich in vielerlei Hinsicht: Das Blutvolumen nimmt zu, der Stoffwechsel passt sich an, und mit fortschreitender Schwangerschaft steigt auch die Wärmeproduktion. Daher können schwangere Frauen anfälliger für hohe Temperaturen sein und ihnen ist oft wärmer als sonst.
Menopause und Hitzewallungen
Hitzewallungen sind eines der bekanntesten Symptome der Menopause und Perimenopause. Es handelt sich um ein plötzliches Wärmegefühl, das sich meist auf Gesicht, Hals und Brust ausbreitet und oft von Schwitzen begleitet wird. Sie entstehen durch hormonelle Veränderungen, die die Regulierung der Körpertemperatur beeinflussen. Sie können sowohl tagsüber als auch nachts auftreten. Treten sie nachts auf, spricht man von Nachtschweiß, der bei manchen Frauen den Schlaf erheblich stören kann.
Anhidrose, wenn der Körper nicht genug schwitzt
Auch wenn es ungewöhnlich klingt, kann das Problem auch zu wenig Schwitzen sein. Anhidrose bezeichnet einen Zustand, bei dem eine Person nicht genug Schweiß produziert oder überhaupt nicht schwitzen kann. Schwitzen ist ein wichtiger Mechanismus zur Kühlung des Körpers, daher kann sein Ausbleiben die Hitzetoleranz verringern. Die Ursachen sind vielfältig: von Krankheiten und Nervenschäden über Probleme mit den Schweißdrüsen bis hin zu bestimmten Medikamenten.
Fieber als Reaktion des Körpers
Wenn das Wärmegefühl von erhöhter Körpertemperatur begleitet wird, kann die Ursache Fieber sein. Es tritt normalerweise als Reaktion auf eine Infektion auf, kann aber auch andere Ursachen haben. Besonders wichtig ist es, auf hohes oder anhaltendes Fieber sowie auf Anzeichen wie Atembeschwerden, Verwirrtheit, Nackensteifigkeit, starke Kopfschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Hautausschlag oder starke Schwäche zu achten. In solchen Situationen sollte man ärztliche Hilfe suchen.
Medikamente, die die Thermoregulation beeinflussen
Bestimmte Medikamente können die Fähigkeit des Körpers, die Temperatur zu regulieren oder zu schwitzen, beeinträchtigen. Dazu gehören einige Antidepressiva, Antipsychotika, Blutdruckmedikamente, Diuretika, Anticholinergika und andere. Dies kann besonders während der Sommerhitze und bei Hitzewellen von Bedeutung sein. Wenn Sie glauben, dass das Wärmegefühl mit Ihrer Therapie zusammenhängt, brechen Sie diese nicht eigenmächtig ab oder ändern Sie sie nicht, sondern konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Wie können Sie sich selbst helfen?
Wenn Sie häufig Wärme spüren, hängt die Methode zur Linderung der Beschwerden in erster Linie von der Ursache ab. Bei manchen Menschen können einfache Änderungen im Alltag hilfreich sein. Tragen Sie an heißen Tagen leichte und atmungsaktive Kleidung, trinken Sie ausreichend Flüssigkeit und halten Sie sich wann immer möglich in kühlen Räumen auf. Größere körperliche Aktivitäten im Freien sollten Sie besser morgens oder abends ausüben, wenn die Temperaturen niedriger sind.
Personen mit Hitzewallungen können versuchen, Auslöser wie Alkohol, Koffein und stark gewürzte Speisen zu vermeiden. Wenn Sie unter nächtlichem Schwitzen leiden, versuchen Sie, das Schlafzimmer angenehm kühl zu halten und leichtere Bettwäsche zu verwenden. Zur schnellen Abkühlung können ein Ventilator oder eine Klimaanlage, ein kühles Getränk sowie eine kalte Kompresse auf Nacken, Stirn oder Handgelenke helfen. Auch eine Dusche mit lauwarmem oder angenehm kühlem Wasser kann hilfreich sein.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Manche Menschen vertragen Hitze von Natur aus schlechter oder schwitzen mehr als andere. Wenn Sie jedoch eine neue oder deutliche Veränderung bemerken, Ihnen ständig ohne ersichtlichen Grund warm ist oder die Symptome beginnen, den Alltag und den Schlaf zu beeinträchtigen, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Medizinische Notfallhilfe sollte in Anspruch genommen werden, wenn neben extremer Überhitzung Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit, Atembeschwerden, Brustschmerzen, ein extrem beschleunigter Puls, starke Schwäche oder eine sehr hohe Körpertemperatur auftreten. Diese Anzeichen können auf einen schwerwiegenden hitzebedingten Zustand hinweisen und erfordern eine sofortige Behandlung.