Die Unabhängige Gewerkschaft für Wissenschaft und Hochschulbildung hat am 7. August 2026 eine scharfe Erklärung veröffentlicht, in der sie die Regierung der Republik Kroatien und Premierminister Andrej Plenković kritisiert. Anlass ist die Ankündigung von Änderungen bei den Veteranenrechten im Wert von rund 90 Millionen Euro, während es gleichzeitig, so die Gewerkschaft, für Forderungen im Bildungs- und Wissenschaftsbereich "kein Geld" gebe.
Der Generalsekretär der Gewerkschaft, Matija Kroflin, warf dem Premierminister in der Erklärung politischen Pragmatismus vor, der darauf abziele, die eigene Wählerschaft zu erhalten. Er erinnerte daran, dass die HDZ und Vertreter der Regierung den Vorschlag der Partei Možemo zur Erhöhung der Veteranenrechte zunächst abgelehnt hätten, nur um ihn wenige Wochen später in neuem Gewand als Regierungsprojekt zu präsentieren.
Botschaft der Doppelmoral
Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass mit diesem Schritt eine klare Botschaft an die Beschäftigten im öffentlichen Dienst gesendet wurde. "Geld im Staatshaushalt ist vorhanden, und die Reallöhne müssen nicht sinken", heißt es in der Erklärung, mit der Bewertung, dass die Geschichten über die Notwendigkeit einer Abkühlung der Wirtschaft und der Begrenzung der öffentlichen Ausgaben offensichtlich nicht für alle gleichermaßen gelten.
Besonders hervorgehoben wurde der Widerspruch zwischen zwei Ministerien. Während Minister Medved mühelos die Ausgabe von fast 90 Millionen Euro begründet, die sogar noch weiter steigen könnte, hat das Ministerium für Wissenschaft und Bildung es abgelehnt, die Diskriminierung von Lehrkräften an Universitäten zu beseitigen, mit der Begründung, es fehlten Mittel. "Zum Vergleich: Es handelt sich um einen Betrag von einigen zehntausend Euro pro Jahr!", betont die Gewerkschaft.
"Bildung muss politisch wichtig werden"
Angesichts des kontinuierlichen Anstiegs der Preise und Löhne in der übrigen Wirtschaft besteht die Gewerkschaft auf einer sofortigen Korrektur der Bemessungsgrundlage und einer zusätzlichen Erhöhung der Gehälter im Bildungsbereich. Kroflin erklärte, dass die Veteranenbevölkerung der HDZ und dem Premierminister offensichtlich wichtig sei, während Lehrer, Dozenten, Professoren und Wissenschaftler "offenbar, derzeit nicht" seien.
"Das ist eine Botschaft, der sich die Beschäftigten im Bildungs- und Wissenschaftsbereich sowie alle Gewerkschaften, die in diesen Systemen tätig sind, bewusst sein müssen", schloss Kroflin in der Erklärung.