Die Gemeinde Nova Gorica hat dem Institut für den Schutz des kulturellen Erbes den Vorschlag unterbreitet, die steinerne Inschrift "Tito" auf dem Berg Sabotin, direkt an der Grenze zu Italien, zum Kulturdenkmal von lokaler Bedeutung zu erklären. Die Initiative wurde von der lokalen Bürgerinitiative Naš Tito ins Leben gerufen, und ein ähnlicher Schritt wird auch in der Siedlung Dekani bei Koper vorbereitet, wo sich oberhalb des Ortes ebenfalls eine riesige Tito-Inschrift befindet.
Von der italienischen Seite zum slowenischen Symbol
Die Inschrift auf dem Sabotin stammt aus dem Jahr 1953. Nach der Grenzziehung von Osimo zwischen Italien und dem damaligen Jugoslawien blieb sie auf italienischem Territorium. 1978 wurde sie von Jugendlichen und Soldaten auf die slowenische Seite verlegt, wo sie seitdem organisiert gepflegt und gelegentlich mit Fackeln beleuchtet wird.
Aleksander Škrlj, Mitglied der Bürgerinitiative Naš Tito, erklärte gegenüber TV Slovenija die Beweggründe für den Schutzantrag. "Josip Broz hat dafür gesorgt, dass wir Nova Gorica haben und dass das slowenische Küstenland zu Slowenien kam, das wollen wir bewahren, es bedeutet uns viel", sagte Škrlj.
Größere Inschrift in Dekani wartet auf Bewertung
Die Inschrift in der Nähe von Dekani entstand in den 1960er Jahren und ist größer als die auf dem Sabotin. Sie wurde von Einheimischen, Freiwilligen und sogar Grundschulkindern errichtet. Denis Opatič vom Veteranenverband Dekani betonte die Bedeutung dieses Symbols für die lokale Bevölkerung. "Die Bürger sollten wissen, dass dies eine Person ist, die uns geholfen hat, das zu werden, was wir heute sind, dass wir unsere eigene Sprache haben, dass wir uns vom Nationalsozialismus und Faschismus befreit haben", erklärte Opatič gegenüber TV Slovenija.
Der Weg zum Schutz in Dekani ist jedoch komplexer. Während sich die Inschrift auf dem Sabotin bereits in einem geschützten, registrierten Kulturerbegebiet aus dem Ersten Weltkrieg befindet, ist die in Dekani nicht im Register eingetragen. Das Institut für den Schutz des kulturellen Erbes teilte mit, dass die Initiative eine fachliche Bewertung durchlaufen müsse, und fügte hinzu, dass "die ersten beiden Buchstaben im Bereich einer archäologischen Fundstätte liegen".
Aufruf zur Überwindung von Spaltungen
Mateja Sedmak vom Institut für Sozialwissenschaften ZRS Koper ist der Ansicht, dass eine solche Initiative nicht zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen werden sollte. Sie betonte, dass sie "nicht Gegenstand politischer Polarisierung und Streitigkeiten sein sollte, sondern im Kontext der Bestrebungen von Familien und Dorfgemeinschaften betrachtet werden sollte".
Die Entscheidung über die Ausweisung als Kulturdenkmal von lokaler Bedeutung trifft der Gemeinderat auf der Grundlage fachlicher Gutachten.
Tito-Inschrift gibt es auch in Kroatien
Eine ähnliche Spur von Titos Vermächtnis findet sich auch in Kroatien. Auf dem Berg Jelensko oberhalb des Raša-Tals, unweit von Barban in Istrien, steht eine große Inschrift "Tito". Sie ist zehn Meter breit und sechs Meter hoch. Nachdem sie im Laufe der Zeit verfallen war, wurde sie auf Initiative lokaler Antifaschisten erneuert. Die Inschrift wird mit der Nachkriegs-Eingliederung des größten Teils Istriens in Jugoslawien, beziehungsweise in Kroatien im Rahmen des damaligen Staates, in Verbindung gebracht.