Die slowenische Polizei hat die monatelange Suche nach einem Täter beendet, der im Bereich der Polizeidirektion Koper Angst und Schrecken verbreitet und erheblichen Sachschaden verursacht hatte. Festgenommen wurde ein 51-jähriger kroatischer Staatsbürger, der im Verdacht steht, insgesamt fünf Straftaten des besonders schweren Diebstahls begangen zu haben, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz am 12. August 2026 mit.
Dramatische Festnahme auf einer Wiese
Der entscheidende Moment der Ermittlungen ereignete sich in der Nacht zum 6. Juli 2026. In der Region waren Geldautomaten häufig das Ziel von Angriffen, weshalb die Polizei in der Nacht intensivere Streifenfahrten durchführte. Bei einer solchen Streife entdeckten die Beamten in einem Geschäfts- und Wohngebäude in Senožeče den Tatverdächtigen bei dem Versuch, einen Geldautomaten zu sprengen.
Als er bemerkte, dass die Polizei eintraf, gab der Mann seinen Plan auf und ergriff die Flucht. Nach einer kurzen Verfolgung holten ihn die Beamten ein und nahmen ihn auf einer nahe gelegenen Wiese fest. Bei der Festnahme wurde bei ihm eine selbstgebaute Bombe entdeckt, die militärischen Sprengstoff und einen Zünder enthielt und voll funktionsfähig war. Nach seiner Vorführung wurde Untersuchungshaft angeordnet.
Einzeltäter mit zwei Methoden
Nach Angaben der Polizei handelte der 51-Jährige allein. Jeder Angriff war im Voraus geplant; er kam mit Mietwagen nach Slowenien, um seine Spuren zu verwischen. Für seine Aktionen wählte er Geldautomaten, die abseits des Verkehrs lagen, oft in kleinen Ortschaften nahe der Grenze, um nach dem Raub schnell verschwinden zu können.
Von den fünf Angriffen, die ihm vorgeworfen werden, war nur einer erfolgreich. In Bertoki sprengte er mit einer Explosion einen Geldautomaten auf und erbeutete einen Teil des Geldes. In den übrigen vier Fällen, einschließlich des in Senožeče, gelangte er nicht an das Geld, doch die Explosionen verursachten erheblichen Sachschaden an den Geldautomaten, Fassaden und Fenstern der Gebäude.
Die Ermittler entdeckten, dass der Tatverdächtige neben Sprengstoff auch eine ausgeklügelte Methode namens "Black Box" anwendete. Bei dieser Methode wird mit einem Computer direkt eine Verbindung zum Inneren des Geldautomaten hergestellt, der Schutz umgangen und ein Befehl zur Ausgabe von Geld gesendet. Die Polizei erklärte, dass die Verwendung zweier verschiedener Angriffstechniken auf seine Bereitschaft und technische Fertigkeit hinweist.