Die Gewerkschaft der Berufsfeuerwehrleute der Republik Kroatien hat angekündigt, beim Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Versäumnissen bei der Führung des Einsatzes zu erstatten, bei dem am 31. Juli 2022 der Feuerwehrmann Goran Komlenac ums Leben kam. Komlenac war Mitglied der öffentlichen Feuerwehr Dubrovački vatrogasci und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Orašac.
In der am Samstag, den 9. August 2026, veröffentlichten Mitteilung der Gewerkschaft heißt es, dass die Anzeige gegen verantwortliche Personen sowie wegen der Arbeit und des Inhalts des Berichts der Kommission zur Feststellung der Umstände dieser Tragödie eingereicht wird.
Vier Jahre ohne Ergebnis
Die Gewerkschaft kritisiert scharf den bisherigen Verlauf der Ermittlungen und betont, dass "Gorans Tod seit vier Jahren 'in der Luft hängt' und keinen Abschluss gefunden hat". Sie führt an, dass die Kroatische Feuerwehrgemeinschaft (HVZ) die Einsetzung einer Kommission beantragt und eine Untersuchung eingeleitet habe, die jedoch zu nichts geführt habe.
"Nachdem wir den Befund der Kommission und die Art und Weise, wie die Ermittlungen geführt wurden, gesehen haben, haben wir alle uns verfügbaren Unterlagen gesammelt und einer Anwaltskanzlei übergeben, die die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einreichen wird", so die Gewerkschaft der Berufsfeuerwehrleute.
Was wird in der Anzeige gefordert?
In der Eingabe wird von den zuständigen Institutionen verlangt, Versäumnisse bei der Befehlsgebung und Führung des Einsatzes zu untersuchen. Zudem stellt die Gewerkschaft die Rechtmäßigkeit der Ernennung einzelner Mitglieder der Untersuchungskommission in Frage und behauptet, diese hätten sich in einem Interessenkonflikt befunden.
Ein zentraler Einwand betrifft den Inhalt des Berichts. Nach Angaben der Gewerkschaft fehlen darin untersuchte Elemente und Schlüsselmomente, die zur Tragödie führten, und das Wichtigste ist, dass Goran Komlenac bei diesem Einsatz vergessen wurde.
Reaktion des ehemaligen Kommandanten
Auf diese Vorwürfe reagierte Stjepko Krilanović, damaliger Kommandant der öffentlichen Feuerwehr Dubrovački vatrogasci, gegenüber dem Dubrovački dnevnik. Er erklärte kurz: "Die Kommission hätte alle Fakten feststellen sollen."
Details des tragischen Einsatzes
Goran Komlenac kam beim Löschen eines Freiflächenbrandes im Gebiet Orašac – Gromače ums Leben. Zum Zeitpunkt seines Todes war er erst 42 Jahre alt. Nach verfügbaren Informationen hat die Gewerkschaft in der Anzeige besonders die Forderung nach einer Überprüfung der Arbeit der Kommission hervorgehoben, da, wie sie behauptet, der Bericht keine untersuchten Elemente und Schlüsselmomente enthält, die zur Tragödie führten.
"Niemand wurde zur Verantwortung gezogen"
In einem emotionalen Appell zieht die Gewerkschaft der Berufsfeuerwehrleute eine Parallele zur Tragödie von Kornat und betont, dass aus den vergangenen Fehlern keine Lehre gezogen wurde.
"Am meisten schmerzt uns Feuerwehrleute, dass Goran, der Kollege und Freund vieler von uns war, sein Leben gegeben hat und daraus weder die Verantwortlichen noch diejenigen, die sich dafür halten, etwas gelernt haben, so wie sie offensichtlich auch nach der Tragödie von Kornat nichts gelernt haben. Niemand wurde für die Versäumnisse zur Verantwortung gezogen und es wurde nichts unternommen, um solche Tragödien in Zukunft zu verhindern. Unser Beruf als Feuerwehrleute ist schon von Natur aus gefährlich genug, als dass wir Unprofessionalität auf irgendeiner Ebene zulassen könnten, insbesondere auf der Führungsebene", so die Gewerkschaft.