Der Streaming-Riese Spotify hat am Dienstag angekündigt, Profile von Künstlern, deren Musik mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurde, mit speziellen Kennzeichnungen zu versehen. Ziel ist es, den Hörern mehr Transparenz darüber zu bieten, ob sie ein Werk eines Menschen oder eines Algorithmus hören. Dieser Schritt erfolgt als Reaktion auf wachsende Bedenken sowohl von Nutzern als auch der Musikindustrie.
Die Kennzeichnungen mit der Aufschrift "AI Persona" werden ab Mitte September angezeigt und sind auf Künstlerprofilen, in Suchergebnissen sowie neben Songs in Playlists sichtbar. Spotify kündigte an, die Profile selbst zu überprüfen, aber auch Kontoinhabern zu ermöglichen, selbst zu kennzeichnen, dass ihre künstlerische Persona und Musik ein Produkt künstlicher Intelligenz sind.
Authentizität vor Algorithmus
Neben der Kennzeichnung geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter. "Obwohl wir glauben, dass alle Künstler die kreative Wahl haben, wie sie sich präsentieren, ist die Programmierung von Spotify darauf ausgerichtet, Musik authentischer Künstler zu fördern, die eine Karriere in der Musik aufbauen", heißt es in der Unternehmensmitteilung. Dementsprechend wird Musik von KI-generierten Profilen von personalisierten Empfehlungen ausgeschlossen, die Nutzer erhalten.
Dieser Schritt ist eine logische Fortsetzung der Ankündigung aus dem letzten Jahr, Musiker besser vor Missbrauch durch künstliche Intelligenz zu schützen. Damals entfernte Spotify innerhalb eines Jahres 75 Millionen sogenannte "Spam"-Songs, also Titel, die oft KI zur Nachahmung bestehender Künstler nutzten.
Die Öffentlichkeit wünscht Klarheit
Die Notwendigkeit dieser Art von Kennzeichnung bestätigen auch die Ergebnisse des diesjährigen Muziekmonitors, einer Studie des niederländischen Branchenverbands NVPI. Von 2000 Befragten äußerten drei Viertel den Wunsch, dass KI-generierte Musik klar gekennzeichnet wird. Ein noch stärkeres Signal ist, dass 78 Prozent der Befragten es für wichtig halten, dass Musik von einem echten Menschen geschaffen wird.
Die neuen Kennzeichnungen kommen ab nächstem Monat in die globale App, was bedeutet, dass auch kroatische Spotify-Nutzer, die Teil der globalen Basis von mehreren hundert Millionen Hörern sind, sie bald sehen werden. Obwohl die Nachricht keinen direkten Bezug zu Kroatien hat, beeinflusst sie das Erlebnis jedes Nutzers, der die Plattform zum Entdecken und Hören von Musik nutzt.