Feuerwehrleute und Rettungskräfte in Serbien kämpfen gegen sechs aktive Brände, die bis Samstagabend mehr als 1.100 Hektar erfasst haben. Am kritischsten ist die Lage in der Deliblatska peščara (Sandwüste von Deliblato), wo die Flammen bereits 700 Hektar vernichtet haben. An der Löscharbeit sind auch Angehörige der Armee und des Innenministeriums beteiligt, teilte der operative Stab des Republikanischen Krisenstabs mit.
Massive Mobilisierung in der Deliblatska peščara
Bei der Brandbekämpfung in diesem Naturschutzgebiet sind 125 Feuerwehrleute mit 29 Fahrzeugen und zwei Quads im Einsatz. Dazu gesellt sich eine Einheit der serbischen Armee mit vier Fahrzeugen und einer Arbeitsmaschine. Auch die Geländekapazitäten der öffentlichen Unternehmen "Srbijavode" und "Vojvodinašume" sind eingebunden. Aus der Luft bekämpfen vier Hubschrauber des serbischen Innenministeriums die Flammen.
Aufgrund der Ernsthaftigkeit der Lage wurde im banatischen Bezirk Kovin der Notstand ausgerufen. Einige Ortschaften wurden bereits evakuiert. Das Feuer hat auch eine Stromleitung erfasst, was zu Stromausfällen in zwei Ortschaften führte. Wegen des Ausfalls der Pumpen wurde auch die Wasserversorgung eingestellt.
Unberechenbare Winde erschweren die Löscharbeiten
Ein zusätzliches Problem für die Einsatzkräfte stellt die sogenannte "Rose der drei Winde" dar, die für das Gebiet der Deliblatska peščara charakteristisch ist. Diese Winde machen die Ausbreitung des Feuers unvorhersehbar, weshalb versucht wird, das Feuer präventiv durch den schnellen Bau und die Verbreiterung von Waldwegen einzudämmen.
Weitere Brandherde im ganzen Land
Auf dem Berg Stolovi vernichtet das Feuer etwa 200 Hektar trockenes Gras, niedriges Gestrüpp und Laubwald. In der Ibarska klisura (Ibar-Schlucht), am Ort Maglič bei Kraljevo, sind etwa 170 Hektar Waldgebiet verbrannt. Im Osten des Landes hat ein Brand bei Zaječar im Ort Gabrovnica etwa 100 Hektar erfasst; die Einsatzkräfte vor Ort versuchen durch ständige Bereitschaft, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.