Der Vorsitzende der Kroatischen Tourismusgemeinschaft (HTZ), Kristjan Staničić, war am Montag, dem 10. August 2026, Gast in der zentralen Nachrichtensendung des HRT und gab einen Überblick über die bisherigen Tourismusergebnisse. Er betonte, dass die Saison besser als erwartet verlaufe und das Land praktisch voll mit Gästen sei. "In diesen Tagen halten sich über 1,1 Millionen Touristen in kroatischen Unterkünften auf", so Staničić, der eine Fortsetzung des positiven Tourismustrends in der Hauptsaison ankündigte.
Den größten Schwerpunkt legte er jedoch auf die veränderten Reisegewohnheiten. Die Saison sei, wie er beschrieb, von ausgeprägten Last-Minute-Buchungen geprägt. "Das ist ein Nervenspiel, man muss geduldig sein und über alle Werkzeuge verfügen, um im Last-Minute-Segment effektiv zu sein", sagte Staničić gegenüber dem HRT. Er fügte hinzu, dass Gäste immer häufiger Reiseziele in letzter Minute wählen und mehrere Schlüsselfaktoren die Entscheidung beeinflussen: Preise, Verfügbarkeit, Sicherheit und Qualität des Angebots. "Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wichtig", betonte er.
Montag wird zum neuen Reisetag
Staničić wies auch auf eine interessante Verschiebung bei den Ankunftsmustern hin. Früher war der Samstag der Haupttag für den Gästewechsel, doch nun übernimmt der Montag zunehmend diese Rolle. Dieses Detail bestätigt die Flexibilität moderner Touristen und ihre Vorliebe für kürzere, aber häufigere Urlaube, die spontan geplant werden.
Bunte Gästemischung und Rückkehr der Tschechen
Mit Blick auf die Besucherstruktur hob der Chef der HTZ die gute Position Kroatiens auf dem wichtigen deutschen Markt sowie die Fortsetzung des positiven Trends auf dem ungarischen und polnischen Markt hervor. "Die Rückkehr der Gäste aus Tschechien freut uns", fügte er hinzu. Neben den einheimischen Gästen verzeichnet Kroatien auch einen bedeutenden Zustrom von Touristen aus Überseemärkten. "Es kommen viele Amerikaner, wir haben bereits seit mehreren Jahren in Folge ein Wachstum des Tourismusaufkommens. Ich erwarte, dass wir mit dieser Dynamik fortfahren", erklärte Staničić und beschrieb den aktuellen "Marktmix", der ganz Europa und darüber hinaus umfasst.
Wachstum der Ausgaben und positive Indikatoren
Neben der Anzahl der Übernachtungen und Ankünfte kommen auch positive Signale aus dem Konsumbereich. Im Juli wurde ein starkes Wachstum der fiskalisierten Rechnungen von sogar 18 Prozent verzeichnet. "Es ist eine Tatsache, dass auch eine größere Anzahl von Rechnungen ausgestellt wurde. Die Ausgaben waren höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres", bestätigte er. Wie er erklärte, ist das eVisitor-System nur einer der Erfolgsindikatoren, und positive Zahlen zeigen sich auch in den Fährhäfen und auf den Autobahnen. Staničić rief zur Geduld auf, bevor die endgültigen Ergebnisse zusammengefasst werden, und betonte, dass auch die Nachsaison bevorstehe und erst am Ende des Jahres eine vollständige Analyse erfolge.
Botschaft an kleine Vermieter: "Tourismus ist ein Marathon"
Er ging auch auf die Ängste kleiner Vermieter ein, die mit der Erhöhung der Pauschalsteuer unzufrieden sind. Staničić erwartet keine signifikante Verringerung des Angebots an privaten Unterkünften. Er stellte fest, dass die Entscheidungen der Regierung und des zuständigen Ministeriums langfristig gerade ihnen zugutekommen. Die Änderungen des Gastgewerbegesetzes zielen seiner Meinung nach darauf ab, den Markt zu regulieren und einen erheblichen Teil der nichtkommerziellen Unterkünfte in geordnete Bahnen zu lenken. "Tourismus ist ein ‚Marathon auf lange Sicht', so sollten die Entscheidungen betrachtet werden, die heute getroffen werden und die in einiger Zeit positive Auswirkungen haben werden", schloss Staničić.