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Stanford-Studie: Hitze ist für ältere Menschen gefährlicher

Forscher warnen, dass bisherige Modelle das Risiko unterschätzt haben, da sie auf jungen und gesunden Probanden basierten. Bis 2100 könnten Milliarden von Menschen über 60 Jahren unerträglichen Bedingungen ausgesetzt sein.

Foto: Wikipedia (Sveučilište Stanford)
Kurz gesagt
  • Eine Studie der Stanford University zeigt, dass die Hitzerisiken für ältere Menschen dramatisch unterschätzt wurden, da die Modelle auf jungen Probanden basierten.
  • Bei einer Erwärmung von 1,5 Grad werden 22 Prozent der über 60-Jährigen mindestens einen Monat im Jahr gefährlicher Hitze ausgesetzt sein.
  • Am stärksten gefährdet sind arme Länder wie Indien, Pakistan, Bangladesch, Myanmar und Niger mit begrenztem Zugang zu Kühlung.
  • Die Forscher warnen vor zunehmender Klimamigration und fordern einen breiteren Zugang zu Klimaanlagen sowie die Reduzierung von Emissionen.

Eine neue Studie von Forschern der Stanford University, veröffentlicht am Dienstag, dem 18. August 2026, in der Zeitschrift The Lancet Planetary Health, warnt davor, dass die Gefahr von hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit für die Gesundheit älterer Menschen jahrelang dramatisch unterschätzt wurde.

Das Hauptproblem liegt laut den Autoren in der Methodik bisheriger Forschung. Diese stützte sich hauptsächlich auf einen Indikator, der als Feuchtkugeltemperatur bekannt ist, aber die Experimente wurden an jungen und gesunden Erwachsenen durchgeführt. Ältere Menschen schwitzen jedoch weniger, haben oft ein schwächeres Herz und bestehende Gesundheitsprobleme, was die Schwellenwerte für Hitzetoleranz erheblich verändert.

Dramatische Projektionen bis 2100

Um diesen Mangel zu beheben, nutzten die Forscher Daten aus neueren Experimenten, die in den Vereinigten Staaten an Personen über 60 Jahren durchgeführt wurden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Weltbevölkerung altert, analysierten sie, wie Hitze auf drei verschiedene Altersgruppen bis zum Jahr 2100 wirkt, unter verschiedenen Szenarien der globalen Erwärmung.

Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Bei einem Anstieg der globalen Temperatur um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit wird prognostiziert, dass 22 Prozent der über 60-Jährigen jährlich mindestens einen Monat unter gefährlicher Hitze verbringen werden. Jede weitere Erhöhung der Temperatur um ein Grad führt dazu, dass etwa eine Milliarde Menschen einen Monat lang einer Kombination aus Hitze und Feuchtigkeit ausgesetzt sein werden, die die Fähigkeit ihres Körpers, damit umzugehen, übersteigt.

Bei einer Erwärmung um 3 Grad Celsius könnten ältere Menschen in den am stärksten betroffenen Regionen, Südasien und den Ländern des Persischen Golfs, drei aufeinanderfolgende Monate im Jahr Tag und Nacht gefährlicher Hitze ausgesetzt sein.

"Unerträgliche Hitze wird in viel größerem Ausmaß auftreten und länger anhalten, und sie wird viel mehr Menschen betreffen als bisher angenommen", schlussfolgerten die Forscher.

Am stärksten gefährdete Länder und Risiko von Klimamigration

Die Studie hebt besonders Länder mit hoher Armut und begrenztem Zugang zu Kühlung hervor, die der größten Bedrohung ausgesetzt sind. Dazu gehören Indien, Pakistan, Bangladesch, Myanmar und Niger.

Die Forscher warnen auch vor breiteren gesellschaftlichen Folgen. "Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass unerträgliche Hitze zunehmend Binnenvertreibung und grenzüberschreitende Klimamigration fördern könnte, was neue Herausforderungen für öffentliche Politik und humanitäre Bemühungen schafft", heißt es in der Studie.

Kontext eines extrem heißen Sommers

Die Studie wurde während eines Sommers auf der Nordhalbkugel veröffentlicht, der von extremen Hitzewellen geprägt ist. Europa, der am schnellsten erwärmende Kontinent der Welt, war mit Bränden, lang anhaltenden Hitzewellen und Dürren konfrontiert, und es wird erwartet, dass dieser Sommer der heißeste in der Geschichte der Aufzeichnungen wird. Frankreich war eines der am stärksten betroffenen Länder mit mehreren Hitzewellen, darunter eine beispiellosen Ausmaßes Ende Juni, was zu einem Anstieg der Sterblichkeit führte.

Um düstere Szenarien zu vermeiden, fordern die Autoren eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen und die Priorisierung des Schutzes gefährdeter älterer Menschen in zukünftigen Plänen zur Bewältigung von Hitze. Da die meisten hitzebedingten Todesfälle in Innenräumen auftreten, betonen sie besonders die Bedeutung eines "breiteren Zugangs zu Klimaanlagen und anderen Kühlmöglichkeiten".

Häufige Fragen
Warum haben bisherige Studien das Hitzerisiko für ältere Menschen unterschätzt? +
Bisherige Forschungen basierten auf Experimenten mit jungen und gesunden Probanden, die mehr schwitzen und ein stärkeres Herz haben als ältere Menschen mit bestehenden Gesundheitsproblemen.
Wie viele Menschen werden bis 2100 von gefährlicher Hitze betroffen sein? +
Bei einer Erwärmung von 1,5 Grad Celsius werden 22 Prozent der über 60-Jährigen mindestens einen Monat im Jahr gefährlicher Hitze ausgesetzt sein, und jeder weitere Grad Erwärmung betrifft zusätzlich eine Milliarde Menschen.
Welche Länder sind laut der Studie am stärksten gefährdet? +
Am stärksten gefährdet sind Länder mit hoher Armut und begrenztem Zugang zu Kühlung, insbesondere Indien, Pakistan, Bangladesch, Myanmar und Niger sowie die Regionen Südasien und der Persische Golf.
Was empfehlen die Forscher als Lösung? +
Sie fordern eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen und einen breiteren Zugang zu Klimaanlagen sowie anderen Kühlmöglichkeiten, insbesondere für gefährdete ältere Menschen.

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