Die UEFA hat für das Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde der Conference League zwischen Hajduk und Žalgiris auf Poljud ein deutsches Schiedsrichterteam angesetzt. Hauptschiedsrichter wird der 39-jährige Matthias Jöllenbeck sein, unterstützt von Dominik Schaal und Jonas Weickenmeier. Vierter Offizieller ist Tobias Reichel, während Katrin Rafalski und AVAR Robert Hartmann im VAR-Raum sitzen werden.
Jöllenbeck pfeift seit 2020 in der Bundesliga und trägt seit letztem Jahr die FIFA-Auszeichnung. Außerhalb des Fußballs arbeitet er als Facharzt für Orthopädie. Interessanterweise hat er bisher noch kein Spiel eines kroatischen Klubs oder der Nationalmannschaft geleitet.
Historische Unterbrechung in Augsburg
Obwohl er ein sehr erfahrener Schiedsrichter ist, der zahlreiche Bundesligaspiele geleitet hat, erregte Jöllenbeck im April 2022 die meiste Aufmerksamkeit. Damals unterbrach er in der 65. Minute des Spiels zwischen Augsburg und Mainz kurzzeitig das Spiel, damit der damalige Kapitän der Gäste, Moussa Niakhate, sein Fasten im Ramadan brechen konnte.
Muslimische Gläubige konsumieren während des Ramadans von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang weder Nahrung noch Getränke. Da die Sonne genau während der zweiten Halbzeit unterging, ermöglichte Jöllenbeck dem Spieler, Wasser zu trinken und so sein Fasten zu brechen.
"Moussa fragte mich, ob er nach Sonnenuntergang, zwischen der 60. und 70. Minute des Spiels, Wasser trinken könne. Natürlich sagte ich, dass er das könne. Ich gab ihm ein Zeichen, als die Zeit gekommen war, nach der er gefragt hatte. Ich wartete, bis er Wasser getrunken und so sein Fasten für diesen Tag beendet hatte", erklärte Jöllenbeck.
Spieler war sich bewusst, dass der Schiedsrichter nicht zustimmen musste
Niakhate selbst verriet, dass er den Schiedsrichter in der Halbzeit um eine kurze Pause in der zweiten Halbzeit gebeten hatte. Er war sich völlig im Klaren, dass Jöllenbeck nicht verpflichtet war, seiner Bitte nachzukommen.
"Ich weiß, dass er das nicht hätte tun müssen, und wenn er mich abgelehnt hätte, hätte ich das verstanden", sagte Niakhate damals.
Diese menschliche Geste des deutschen Schiedsrichters erhielt zahlreiche Lobeshymnen und setzte einen Präzedenzfall, der auch heute noch häufig in der Bundesliga angewendet wird. Nun kommt derselbe Schiedsrichter auf den Poljud, wo Hajduk am Donnerstag den großen Vorsprung von 5:2 aus dem ersten Spiel in Vilnius verteidigen wird.