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Gerichtlicher Präzedenzfall ebnet Álvarez den Weg für den Abschied von Atlético

Julián Álvarez will zu Barcelona, doch der Madrider Klub gibt nicht nach. Rechtsexperten erinnern an den Fall Zubiaurre, der dem argentinischen Stürmer einen gerichtlichen Ausgang vom Metropolitano ermöglichen könnte.

Foto: Wikipedia (Julián Alvarez)
Kurz gesagt
  • Julián Álvarez ist zum Training bei Atlético zurückgekehrt, besteht aber weiterhin auf einem Wechsel zu Barcelona.
  • Atlético lehnt Verhandlungen ab und fordert den Spieler auf, sich zu entschuldigen und zur Arbeit zurückzukehren.
  • Rechtsexperten verweisen auf den gerichtlichen Präzedenzfall 'Fall Zubiaurre' von 2005, der Álvarez eine Vertragsauflösung wegen unverhältnismäßiger Ausstiegsklausel ermöglichen könnte.
  • Der ehemalige Barcelona-Funktionär Toni Freixa ist überzeugt, dass Álvarez den Fall vor Gericht mit großem Abstand gewinnen würde.

Der Stürmer von Atlético Madrid, Julián Álvarez, ist am Montag zum Training zurückgekehrt, aber sein Wunsch, zu Barcelona zu wechseln, bleibt unverändert. Während der Madrider Klub Verhandlungen ablehnt, ist ein rechtlicher Präzedenzfall aufgetaucht, der ihm einen gerichtlichen Weg für den Abschied eröffnen könnte.

Rückkehr zum Training und Abwesenheit der Verantwortlichen

Laut der spanischen Zeitung AS hat Álvarez nach seiner Pause medizinische Untersuchungen absolviert und mit individuellen Trainingseinheiten begonnen, um seine körperliche Fitness vor dem Start der Saison 2026/27 wiederherzustellen. Der Argentinier beabsichtigte, mit Trainer Diego Simeone oder Geschäftsführer Miguel Ángel Gil Marín zu sprechen, um erneut seinen Wunsch nach einem Abschied zu betonen, doch beide waren nicht in den Vereinsräumlichkeiten anwesend.

Die Botschaft, die ihn bei diesem Treffen erwartet, wird laut AS kurz und klar sein: "Entschuldige dich und mach dich an die Arbeit." Der Klub hat nicht vor, auch nur einen Millimeter nachzugeben, und verweist als Beispiel auf den Fall Antoine Griezmann. Der Franzose wechselte 2019 zu Barcelona, kehrte später nach Madrid zurück und gewann durch seine Leistungen erneut die Gunst der Fans.

Präzedenzfall "Fall Zubiaurre" aus dem Jahr 2005

Während Atlético standhaft bleibt, hat der Rechtsexperte Miguel Galán, Präsident des Nationalen Zentrums für Trainerausbildung im Fußball, an einen gerichtlichen Präzedenzfall erinnert, der Álvarez einen Ausweg bieten könnte. Es handelt sich um den "Fall Zubiaurre" aus dem Jahr 2005.

Ibai Zubiaurre kaufte damals seine "Freiheitskarte" von Real Sociedad für 500.000 Euro, um kostenlos zu Athletic Bilbao zu wechseln. Real Sociedad reichte eine Klage ein und behauptete, dass das Kleingedruckte im Vertrag ihnen erlaube, den Vertrag einseitig zu verlängern und die Ausstiegsklausel auf 30 Millionen Euro anzuheben.

Das Sozialgericht Nr. 1 in San Sebastián bewertete diese Klausel als übertrieben und unverhältnismäßig und senkte sie auf fünf Millionen Euro. Der Oberste Gerichtshof bestätigte später diese Entschädigungssumme. Das Verfahren zog sich bis 2008 hin, und Zubiaurre konnte wegen alledem mehr als ein Jahr lang nicht spielen.

Rechtsexperten überzeugt von Álvarez' Sieg

Galán veröffentlichte auf der Plattform X, dass der Präzedenzfall "bestätigt, dass Sozialgerichte die Ausstiegsklausel gerichtlich überprüfen können, wenn sie unverhältnismäßig ist und die berufliche Freiheit einschränkt" und fügte hinzu: "Jeder möge seine eigenen Schlüsse ziehen."

Der ehemalige Funktionär und Kandidat für das Präsidentenamt von Barcelona, Toni Freixa, ging noch einen Schritt weiter. "Die Ausstiegsklausel in Juliáns Vertrag ist aufgrund des Missverhältnisses zwischen ihrem Wert und seinem Gehalt und Marktwert rechtlich nichtig, da sie eine Umgehung des Gesetzes darstellt. Und jeder Richter am Sozialgericht wird dies feststellen. Wenn Álvarez diesen Kampf aufnehmen will, wird er ihn mit großem Abstand gewinnen", schrieb Freixa auf demselben sozialen Netzwerk.

Während Barcelona nicht aufgibt und bereit ist, eine erhebliche finanzielle Anstrengung zu unternehmen, bleibt Atlético bei seiner Haltung. Die Situation ist vorerst in einer Sackgasse, aber der Rechtsweg scheint nun offen zu sein.

Häufige Fragen
Warum möchte Julián Álvarez Atlético Madrid verlassen? +
Álvarez möchte zu Barcelona wechseln, aber Atlético will ihn nicht verkaufen und besteht darauf, dass er bleibt und sich dem Team widmet.
Was ist der 'Fall Zubiaurre' und warum ist er für Álvarez wichtig? +
Es handelt sich um einen gerichtlichen Präzedenzfall aus dem Jahr 2005, bei dem der Spieler Ibai Zubiaurre auf gerichtlichem Wege eine unverhältnismäßig hohe Ausstiegsklausel reduzieren konnte. Rechtsexperten glauben, dass Álvarez dasselbe Argument für eine Vertragsauflösung nutzen könnte.
Wie ist die Haltung von Atlético Madrid zum Weggang von Álvarez? +
Der Klub ist unnachgiebig. Geschäftsführer Miguel Ángel Gil Marín und Trainer Diego Simeone haben klar gemacht, dass sie nicht verhandeln wollen, und erwarten vom Spieler eine Entschuldigung und die Rückkehr zur Arbeit.
Ist Barcelona weiterhin an Álvarez interessiert? +
Ja, Barcelona gibt die Verpflichtung des argentinischen Stürmers nicht auf und ist zu einer erheblichen finanziellen Anstrengung bereit, konnte aber bisher die Haltung von Atlético nicht ändern.

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