Schwedische Bank warnt: Haben Sie 1000 Kronen Bargeld zu Hause?
Die Sveriges Riksbank empfiehlt erstmals direkt den Bürgern, Bargeld für eine Woche Grundausgaben bereitzuhalten, aus Sorge vor den Folgen eines Krieges oder Cyberangriffen.
Die Sveriges Riksbank empfiehlt erstmals direkt den Bürgern, Bargeld für eine Woche Grundausgaben bereitzuhalten, aus Sorge vor den Folgen eines Krieges oder Cyberangriffen.
Alle erwachsenen Bürger Schwedens sollten zu Hause genügend Bargeld für eine Woche grundlegender Lebenshaltungskosten bereithalten, teilte die schwedische Zentralbank Sveriges Riksbank am Samstag, den 9. August 2026, mit. Die Empfehlung, die von Bloomberg übermittelt wird, kommt in Zeiten erhöhter Sicherheitsbedrohungen und stellt die ersten direkten Richtlinien dieser Institution an die Bürger über Zahlungsmethoden in außergewöhnlichen Umständen dar.
Als konkreten Betrag nennt die Bank etwa 1000 schwedische Kronen (etwa 110 US-Dollar) pro erwachsener Person. Dieses Geld sollte für den Kauf von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Grundbedarfsgütern im Falle eines Krieges oder einer anderen Krise dienen. Neben Bargeld wird den Bürgern auch geraten, Bankkarten verschiedener Herausgeber zu besitzen und den lokalen Internet-Zahlungsdienst Swish zu nutzen.
Die Zentralbank betont, dass diese Empfehlung Teil einer breiteren Strategie zur Stärkung der nationalen Bereitschaft ist. "Die Bürger sind ein wichtiger Teil der Gesamtverteidigung Schwedens und entscheidend für die Stärkung der nationalen Bereitschaft. Der Zugang zu verschiedenen Zahlungsmethoden erhöht die Fähigkeit der Öffentlichkeit, Transaktionen im Falle vorübergehender Störungen, Krisen oder im schlimmsten Fall eines Krieges durchzuführen", teilte die Sveriges Riksbank Bloomberg mit.
Die Behörden in Stockholm haben bereits früher Schritte unternommen, um die Bevölkerung zu informieren. Die schwedische Regierung hat jedem Haushalt eine Broschüre mit detaillierten Anweisungen für Krisensituationen geschickt, einschließlich Informationen über notwendige Vorräte an Trinkwasser und Möglichkeiten, Nachrichten im Falle eines Stromausfalls zu verfolgen.
Das schwedische Zahlungssystem gilt aufgrund der ausgeprägten Digitalisierung als besonders anfällig. Nur etwa jede zehnte Transaktion im Land wird bar abgewickelt, was ein erhebliches Risiko im Falle von Cyberangriffen oder militärischen Konflikten darstellt, die elektronische Systeme lahmlegen könnten. Deshalb hat die Sveriges Riksbank auch zur Verabschiedung eines neuen Gesetzes aufgerufen, das den Status des Bargelds schützen soll, doch eine solche Regelung wurde noch nicht verabschiedet.
Diese Maßnahmen sind eine direkte Folge erhöhter Sicherheitsbedrohungen aus dem benachbarten Russland und in geringerem Maße aus dem Nahen Osten. Schweden ist nicht das einzige nordische Land, das solche Schritte unternommen hat. Ähnliche Empfehlungen haben bereits die Zentralbanken in Finnland und Norwegen an ihre Bürger gerichtet, Länder, die ebenfalls eine Grenze mit Russland teilen. Auch sie raten, eine gewisse Menge Bargeld und mehrere Bankkarten für den Notfall bereitzuhalten.