Schweden kauft erstmals Angriffsdrohnen
Vertrag im Wert von 350 Millionen schwedischen Kronen mit dänischem Lieferanten unterzeichnet, Lieferung für 2027 erwartet. Das Militär erklärt, dies sei ein natürlicher Bestandteil moderner Kriegsführung.
Vertrag im Wert von 350 Millionen schwedischen Kronen mit dänischem Lieferanten unterzeichnet, Lieferung für 2027 erwartet. Das Militär erklärt, dies sei ein natürlicher Bestandteil moderner Kriegsführung.
Die schwedische Armee beschafft erstmals in ihrer Geschichte eine Flotte von Angriffsdrohnen, bestätigte der schwedische öffentliche Rundfunk SVT. Der Vertrag im Wert von 350 Millionen schwedischen Kronen (etwa 191 Millionen brasilianische Reais) wurde am Montag mit einem dänischen Lieferanten unterzeichnet, die Lieferung der Fluggeräte ist für 2027 geplant.
Die Entscheidung fällt inmitten des seit viereinhalb Jahren andauernden Krieges in der Ukraine, der in der Öffentlichkeit als 'Drohnenkrieg' bekannt geworden ist. Laut G1 Globo verfügte die schwedische Armee bisher ausschließlich über Aufklärungs- und Überwachungsdrohnen, nun führt sie erstmals ein System ein, das zur Zerstörung feindlicher Ziele bestimmt ist.
Der Kauf wird als direkte Reaktion auf die russische Bedrohung interpretiert, und Beispiele aus dem Krieg in der Ukraine sowie dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten zeigen, dass die Natur der modernen Kriegsführung zunehmend auf Angriffsdrohnen setzt.
Lennart Widerström, Leiter der Schule für Bodenkampf der schwedischen Armee, sagte gegenüber SVT: 'Wir wollen diese Fähigkeit, weil sie ein natürlicher Bestandteil der modernen Kriegsführung ist.'
Jonas Lotsne, Leiter der Armeeausrüstung bei der schwedischen Behörde für Verteidigungsmaterial, erläuterte das Konzept der neuen Bewaffnung: 'Dies ist ein völlig neues Kapitel. (...) Ein Fluggerät führt Aufklärung durch, um ein Ziel zu lokalisieren, und eines oder mehrere werden für den Angriff darauf eingesetzt.'
Der dänische Sender DR berichtet, dass der Name des Lieferanten nicht öffentlich bekannt gegeben wurde.
Obwohl sich die schwedische Beschaffung auf die Ostsee und Nordeuropa konzentriert, ereignet sich der Vorfall in einer Zeit erhöhter Sicherheitsaktivitäten auf dem gesamten Kontinent. In Pula wurde am Mittwoch ein ukrainischer Staatsbürger im Zusammenhang mit den Explosionen an den Nord-Stream-Pipelines von 2022 festgenommen, was bestätigt, dass europäische Sicherheitsthemen zunehmend auch die kroatische Küste betreffen.
Der Krieg in der Ukraine, der in sein fünftes Jahr geht, setzte sich auch heute fort: Ein russischer Drohnenangriff auf einen Bus in Cherson tötete vier Menschen, vier weitere wurden verletzt, berichtete Gouverneur Oleksandr Prokudin. Das russische Verteidigungsministerium behauptet gleichzeitig, in der Nacht 453 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben.