Stillen ist nicht nur Frauensache: Eine Woche, die die Augen öffnet
Das Ministerium für Demografie und Einwanderung hat sich einer Kampagne angeschlossen, die konkrete Hilfe statt nur schöner Worte fordert
Das Ministerium für Demografie und Einwanderung hat sich einer Kampagne angeschlossen, die konkrete Hilfe statt nur schöner Worte fordert
Vom 1. bis 7. August 2026 findet die Weltstillwoche statt, eine internationale Initiative, die in diesem Jahr unter dem Motto „Stillen für einen nachhaltigen Lebensstart, stärken wir, was funktioniert“ steht. Wie Narodno.hr berichtet, hat sich auch das kroatische Ministerium für Demografie und Einwanderung an den Feierlichkeiten beteiligt.
Die Kampagne betont in diesem Jahr, dass die Entscheidung zum Stillen nicht allein bei der Mutter liegt, sondern von vielen Faktoren beeinflusst wird. Dazu gehören die Unterstützung der Familie, die Verfügbarkeit von fachkundiger Beratung, das Verhalten des medizinischen Personals, die Bedingungen am Arbeitsplatz sowie die Bereitschaft der Gemeinschaft, Müttern Zeit, Verständnis und Privatsphäre zu gewähren.
Auch wenn das Stillen dem Kind eine Nahrung bietet, die perfekt auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist, und eine besondere Nähe zur Mutter schafft, ist der Anfang oft alles andere als leicht. Mütter sehen sich mit Schmerzen, Unsicherheit, Milchmangel oder verwirrenden Empfehlungen konfrontiert, weshalb fachkundige und rechtzeitige Hilfe entscheidend sein kann.
Die Feierlichkeiten zur Weltstillwoche dürfen nicht auf wohlfeile Botschaften und Posts reduziert werden, warnt Narodno.hr. Mütter benötigen leicht zugängliche Hilfe in Krankenhäusern, durch den Gesundheitsdienst und bei Kinderärzten, aber auch nach der Rückkehr nach Hause, wenn die meisten Zweifel und Schwierigkeiten auftreten.
Ebenso wichtig ist es, Frauen nicht zu verurteilen, die aus gesundheitlichen, privaten oder anderen Gründen nicht stillen können oder wollen. Die Förderung des Stillens ist nur dann sinnvoll, wenn sie auf Aufklärung, professioneller Unterstützung und Respekt für jede Mutter basiert, nicht auf erhöhtem Druck und Schuldgefühlen.
Die diesjährige Botschaft geht über die reine Ernährungsweise des Kindes hinaus. Sie zeigt, wie bereit die kroatische Gesellschaft ist, Eltern in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes wirklich zu helfen. Demografiepolitik beginnt nicht mit großen Plänen, sondern mit den alltäglichen Umständen, unter denen Familien Kinder erziehen, und die Unterstützung des Stillens ist einer der konkreten Schritte in diese Richtung.
Diese Initiativen haben nur dann einen echten Wert, wenn hinter den öffentlichen Botschaften zugängliche Dienste, geschulte Fachkräfte und ein System stehen, das die Mutter nicht allein lässt, wenn sie Hilfe am dringendsten benötigt.