Lettland gab am Dienstag, dem 11. August 2026, bekannt, dass unter seiner Grenze zu Belarus ein geheimer Tunnel entdeckt wurde, den Migranten für die illegale Einreise in die Europäische Union nutzten. Die Behörden kündigten sofort einen Plan an, um gegen die Netzwerke vorzugehen, die, wie sie behaupten, hinter der zunehmenden Zahl illegaler Grenzübertritte stehen.
Wie der Tunnel entdeckt wurde
Einen Tag zuvor, am 10. August, hatten Grenzschützer im Gebiet Augšdaugavas novads, Skrudalienas pagasts, im Verantwortungsbereich der Silenes robežapsardzības nodaļa, 15 Personen angetroffen, die illegal die Staatsgrenze überquert hatten. Sie taten dies durch einen gegrabenen unterirdischen Tunnel, der sich nur 10 Meter vom Grenzzaun entfernt befand.
Dies ist nicht der erste derartige Fall in der baltischen Region. Litauen hatte im Juli dieses Jahres ebenfalls über die Entdeckung eines Tunnels berichtet, den Migranten für die Einreise aus Belarus nutzten, was auf ein organisiertes Vorgehen hindeutet.
Harte Antwort aus Riga: Armee, Drohnen und eine Botschaft an die Drahtzieher
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten Innenminister Janis Dombrava und Premierminister Andris Kulbergs Maßnahmen zur Schließung dieser Route vor. "Der Schutz der lettischen Ostgrenze wird verstärkt, und Grenzkontrolle, Polizei, Streitkräfte und Sicherheitsdienste werden enger zusammenarbeiten, und es werden verstärkt unbemannte Luftfahrzeuge zur frühzeitigen Erkennung und Aufhaltung illegaler Migranten eingesetzt", sagte Dombrava.
Premierminister Kulbergs war in seiner Botschaft an die Organisatoren illegaler Grenzübertritte noch direkter. "Den Organisatoren möchte ich sagen: Alles hat ein Ende", erklärte er. Er betonte, dass kriminelle Gruppen Migranten dabei helfen, aus Belarus nach Lettland und damit in den Schengen-Raum zu gelangen, obwohl ihr endgültiges Ziel woanders auf dem Kontinent liegt. "Sie migrieren dorthin, wo es einfacher ist (in die EU zu gelangen). Daher dürfen wir nicht der einfachste Ort (für die Einreise) sein", so Kulbergs.
Er versprach auch einen Schlag gegen die Logistik dieser Netzwerke im Inland. "Wenn alles nach Plan verläuft, sind wir überzeugt, dass wir dem System einen ausreichend starken Schlag versetzen werden", fügte er hinzu.
'Hybride Bedrohung' und regionale Zusammenarbeit
Kulbergs hatte die Migrantensituation bereits im vergangenen Monat gegenüber Reuters als "hybride Bedrohung" beschrieben, weshalb Lettland bereits zuvor die Zahl der Polizisten an der 173 Kilometer langen Grenze zu Belarus verdoppelt hatte. Die Lage eskalierte im vergangenen Monat, als lettische Soldaten Tränengas einsetzten und Warnschüsse abgaben, um Migranten zu stoppen, die versuchten, ins Land zu gelangen.
Um den Druck zu erhöhen, kündigte die Regierung in Riga eine Zusammenarbeit mit den Nachbarländern Estland, Litauen und Polen an. Die Entdeckung erfolgt in einer Zeit erhöhter Besorgnis in ganz Europa über illegale Migration, die durch den jüngsten Massenzustrom von Zehntausenden Menschen aus Marokko in die spanische Enklave Ceuta zusätzlich angeheizt wurde.