Inoffizielle Informationen zur Ursache der heutigen Kollision zwischen einem Güter- und einem Personenzug in Kroatien deuten auf ein schwerwiegendes Versäumnis im Bahnbetrieb hin. Der Vorsitzende der kroatischen Lokführer-Gewerkschaft Mario Grbešić erklärte gegenüber HRT, dass der Güterzug das Haltesignal 'STOJ' im Bahnhof Žabno überfahren habe, was zur Kollision führte.
"Nach bisher inoffiziellen Informationen ist die Ursache des Unglücks das Überfahren des Haltesignals 'STOJ' durch den Güterzug im Bahnhof Žabno, aus uns bisher unbekannten Gründen, was zur Kollision mit dem Personenzug führte", sagte Grbešić. Die offizielle Unfallursache ist noch nicht bekannt, die Spurensicherung am Unfallort ist abgeschlossen.
Personenzug war gerade vom Haltepunkt abgefahren
Grbešić betonte, dass die Tragödie weit schwerwiegendere Folgen hätte haben können, wenn der Unfall bei höherer Geschwindigkeit passiert wäre. "Der günstige Umstand, wenn man es so nennen kann, ist, dass der Personenzug unmittelbar vor dem Unglück am Haltepunkt gehalten hatte und gerade erst abgefahren war. Auf diesem Abschnitt ist eine Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde erlaubt, aber zum Zeitpunkt der Kollision war sie deutlich geringer", betonte er.
Bei der Kollision, die sich am 8. August 2026 ereignete, wurden nach Angaben von N1 Serbien insgesamt 20 Personen verletzt. Die Kroatischen Eisenbahnen haben eine Untersuchung der Unfallursache eingeleitet.
Gewerkschaft vor Ort: 'Sicherheit kennt keine Kompromisse'
Vertreter der Gewerkschaft begaben sich unmittelbar nach der Unfallmeldung vor Ort und sprachen mit den diensthabenden Fahrdienstleitern in den Bahnhöfen Gradec und Sveti Ivan Žabno. Grbešić betonte dabei erneut die Bedeutung des menschlichen Faktors für die Aufrechterhaltung der Sicherheit im Schienenverkehr, insbesondere in Zeiten der Infrastrukturerneuerung.
"Das Eisenbahnsystem beruht auf Sicherheit, und hier gibt es keine Kompromisse", so Grbešić. "Die Sicherheit des Eisenbahnsystems hängt ausschließlich von ihnen ab, und glauben Sie mir, es gibt wirklich keine Kompromisse, wenn es um den Verkehr geht", fügte er hinzu, in Bezug auf die Fahrdienstleiter und Lokführer, die die größte Verantwortung tragen.
Die offiziellen Ergebnisse der Untersuchung sind noch nicht bekannt, ebenso wenig wie das Datum der Wiederinbetriebnahme der Strecke.