Mehrere tausend Einwohner der spanischen autonomen Stadt Ceuta protestierten am Samstagabend, dem 9. August 2026, und forderten von den Behörden eine sofortige Lösung der Migrantenkrise, die Ende Juli eskaliert war. Die Demonstranten versammelten sich auf dem Stadtplatz unter dem Motto "Es reicht. Ceuta ergibt sich nicht" (engl. "Enough. Ceuta does not surrender").
Die Schätzungen über die Teilnehmerzahl gehen auseinander: Die Organisatoren behaupten, dass sich etwa 10.000 Menschen versammelt haben, während die Polizei eine Zahl von ungefähr 5.000 angibt, wie die Agentur EFE berichtet. An dem Protest nahm auch der Bürgermeister-Präsident von Ceuta, Juan Jesus Vivas, teil.
Druck auf die Zentralregierung
Die Versammelten skandierten Parolen, in denen sie den Rücktritt des spanischen Premierministers Pedro Sánchez forderten. Während der Versammlung wurde eine Erklärung verlesen, in der betont wird, dass "Ceuta allein nicht mit einer Situation fertig werden kann, die ihre Möglichkeiten bei weitem übersteigt und ganz Spanien und Europa betrifft".
Einen Tag nach dem Protest, am Montag, dem 10. August, forderte Bürgermeister Vivas die Zentralregierung in Madrid auf, ein "einheitliches Kommando" einzurichten und einen "Ort" bereitzustellen, an dem Migranten festgehalten werden können. Laut El Mundo besteht Vivas auf einer Lösung für bis zu 11.000 Migranten, die in der Stadt bleiben könnten.
Welle von Migranten Ende Juli
Die Krise brach Ende Juli 2026 aus, als Zehntausende Migranten schwimmend und zu Fuß nach Ceuta gelangten und dabei den Wellenbrecher umgingen, der die Stadt von Marokko trennt. Nach Angaben der spanischen Regierung gelangten etwa 72.000 Migranten in die Stadt, von denen sich ungefähr 70.000 bereits nach Marokko zurückgezogen haben.
Madrid hat als Reaktion auf die Krise Militärpersonal entsandt, um die Sicherheit in Ceuta aufrechtzuerhalten, doch der Druck auf die lokalen Ressourcen steigt weiter, und die Unzufriedenheit der Bürger gipfelte in einem Massenprotest.