Die Frage nach der Verantwortung großer kroatischer Unternehmen in der Abfallentsorgungskette ist in den Vordergrund gerückt, nachdem Darko Milinović in der Sendung RTL Direkt volle Transparenz gefordert hat. Er wollte wissen, warum die Öffentlichkeit nicht erfährt, welche Unternehmen aus Kroatien, Italien, Deutschland und Slowenien Abfall verkauft haben und wer dahintersteht.
"Warum ist es nicht im Interesse Kroatiens, zu sagen, welche Firma in Italien, welche Firma in Deutschland, welche Firma in Slowenien und welche Firma in Kroatien diesen Abfall verkauft hat und wer die Eigentümer sind? Soll doch der Staatsanwalt auch das veröffentlichen", so Milinović. Seine Frage gewinnt an Gewicht, wenn man die inländische Geschäftskette betrachtet, die aus der Ermittlung hervorgeht.
Zusammenarbeit im Wert von mindestens 465.000 Euro
Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem großen Unternehmen CE-ZA-R, dem größten Bestandteil der C.I.O.S. Gruppe, die mit Petar Pripuz in Verbindung gebracht wird, und dem relativ kleinen Unternehmen Tipos Resurs. Laut Ermittlungsdaten, die USKOK veröffentlicht hat, hat Josip Šincek mit CE-ZA-R die Übernahme von Plastik zu einem Preis von 50 Euro pro Tonne vereinbart.
Tipos Resurs hat aus den Zahlungen von CE-ZA-R für die Annahme dieses Abfalls, der nach Ermittlerverdacht illegal in der Umwelt gelandet ist, einen Vorteil von mindestens 465.000 Euro erzielt. CE-ZA-R wird im öffentlich veröffentlichten USKOK-Protokoll ausdrücklich als Subjekt in der Kette der Abfallübergabe an Tipos Resurs genannt.
Billiger Auftragnehmer oder letztes Glied?
Obwohl niemand behauptet, dass CE-ZA-R wusste, dass der Abfall illegal entsorgt würde oder an der kriminellen Operation beteiligt war, stellen sich legitime Fragen zur Natur dieser Zusammenarbeit. Es ist unklar, warum gerade Tipos Resurs ausgewählt wurde, wie lange die Zusammenarbeit dauerte, welche Mengen übernommen wurden, wer die Geschäfte verhandelte und welche wirtschaftliche Logik hinter dieser Beziehung stand.
Die Hauptfrage ist, ob Tipos Resurs ausschließlich ein günstiger externer Partner großer Unternehmen war oder das letzte Glied einer größeren Kette darstellte. In einem solchen System könnten große Akteure problematischen Abfall an ein kleineres Unternehmen übergeben, wonach er aus ihrem unmittelbaren Geschäftskreis verschwinden würde.
Die Antwort sollte nicht in Spekulationen gesucht werden, sondern in Dokumenten, Verträgen, Rechnungen, Mengendaten, Transportunternehmen und der Kommunikation zwischen den Unternehmen. Genau diese Spuren können zeigen, ob es sich um eine gewöhnliche Geschäftsbeziehung handelt oder um etwas, das eine wesentlich breitere Untersuchung erfordert.