Wer ist das vergessene Rädchen im Ökozid-Skandal in Lika?
Während in Gospić der Parlamentsausschuss tagt, enthüllt Dnevno.hr, wie die Eheleute Dodić die Šinceks logistisch und politisch mit der Spitze der Staatsinspektion verbanden.
Während in Gospić der Parlamentsausschuss tagt, enthüllt Dnevno.hr, wie die Eheleute Dodić die Šinceks logistisch und politisch mit der Spitze der Staatsinspektion verbanden.
Der Umwelt- und Korruptionsskandal in Gospić, der nach der Veröffentlichung des Gutachtens der Geotechnischen Fakultät zum nationalen Hauptthema wurde, erhält eine neue Dimension. Während heute in der Stadt die 32. Sitzung des Parlamentsausschusses für Umweltschutz und Natur stattfindet, weist die Analyse von Dnevno.hr auf einen Namen hin, der in den bisherigen Diskussionen kaum erwähnt wird: Dodić.
Im Zentrum der Geschichte über die illegale Entsorgung von Gefahrstoffen standen bisher vor allem der ehemalige Chefinspektor Andrija Mikulić und das Ehepaar Josip und Monika Šincek, die über die Firma Tipos Resurs Abfälle aus Italien und Slowenien importierten. Doch gerade die Eheleute Paško und Franciska Dodić spielten eine entscheidende Rolle bei der Verbindung der Operateure mit der Spitze der Staatsinspektion.
Paško Dodić, ein bekannter Zagreber Goldschmied, ist Eigentümer des Geländes im Steinbruch bei Benkovac. An diesem Ort wurde ohne jegliche Genehmigungen für die Abfallbewirtschaftung ein Teil des zerkleinerten gefährlichen Industrie- und medizinischen Materials abgelagert. Nach Informationen aus der Ermittlung war es gerade er, der Šincek mit Mikulić bekannt machte und ihm damit die Türen zur Inspektion öffnete, die jahrelang Tausende von LKW-Ladungen Abfall tolerierte.
Die USKOK belastet Franciska Dodić bereits damit, eng mit Frau Šincek bei der Koordination von Mitarbeitern und LKW-Transporten von Gefahrstoffen aus Europa zusammengearbeitet zu haben. Sie beteiligte sich an einem Kreislaufsystem der Rechnungsstellung über verbundene Firmen, das den falschen Eindruck legaler Arbeit erweckte. Es wird vermutet, dass sie durch diese administrativen Manipulationen persönlich etwa 120.000 Euro verdient hat.
Während die Šinceks mit Baggern und Zerkleinerungsmaschinen für Abfall arbeiteten, baute das Ehepaar Dodić ein Netzwerk an Infrastruktur auf, sicherte Verbindungen, Grundstücke und die papierene Legalisierung des Geschäfts. Es wird sich zeigen, wie die USKOK nach den neuesten Erkenntnissen ihren Einsatz bewertet.
Das Gutachten der Geotechnischen Fakultät, das die USKOK auf über 350 Seiten veröffentlichte, bestätigte, dass der Standort des Industriekomplexes in der Bilajska-Straße in Gospić zu einer ökologischen Bombe geworden ist. Im Grundwasser unterhalb der Deponie, flussabwärts, wurden PFAS-Verbindungen in einer Menge von 200,5 Nanogramm pro Liter entdeckt, was doppelt so hoch ist wie der zulässige Grenzwert für Trinkwasser.
In einer Tiefe von etwa drei Metern ist der Abfall so stark mit dem Boden vermischt, dass er mechanisch nicht mehr getrennt werden konnte. Am Standort befinden sich 37.000 Tonnen Gefahrstoffe. Vertreter des Fonds für Umweltschutz und Energieeffizienz boten zwei Sanierungsmöglichkeiten an: eine vorübergehende Einkapselung zu Kosten von zwei bis drei Millionen Euro oder die vollständige Entfernung des kontaminierten Materials, deren Kosten 125 Millionen Euro erreichen würden.
Heute findet in Gospić die 32. Sitzung des Parlamentsausschusses für Umweltschutz und Natur statt, die um 16 Uhr im Kultur- und Informationszentrum Gospić beginnt. Das Treffen war ursprünglich für den 14. August geplant, wurde jedoch verschoben.
Vor der Sitzung selbst wird die Partei Most eine Pressekonferenz abhalten, während um 15:30 Uhr vor dem Kultur- und Informationszentrum eine gemeinsame Erklärung der Opposition angekündigt ist.
Zu den Schlüsselakteuren der politischen Debatte zählen die Vorsitzende des Parlamentsausschusses Dušica Radojčić von der Partei Možemo, ihre Parteikollegin Sandra Benčić, der SDP-Vorsitzende Siniša Hajdaš Dončić mit dem ehemaligen Minister Mihael Zmajlović, der Most-Abgeordnete Zvonimir Troskot sowie der Bürgermeister von Gospić, Darko Milinović.
Dnevno.hr betont, dass für die Aktualisierung des Falls der Generalstaatsanwalt Ivan Turudić verantwortlich ist, nicht die Opposition, und dass die DORH unter seiner Führung den Skandal aufdeckte. Der Direktor der USKOK ist Sven Mišković. Die Analyse stellt auch fest, dass Mikulić die persönliche Wahl von Premierminister Andrej Plenković für den Posten des Leiters der Staatsinspektion war, was dem Premierminister einen Teil der Verantwortung auferlegt.
Umweltministerin Marija Vučković musste öffentlich zugeben, dass es keine schnelle Lösung gibt und dass die Institutionen nicht sofort handeln können. Die Kosten für die Reinigung, die auf 125 Millionen Euro geschätzt werden, wird letztendlich der Staat tragen müssen, da die privaten Unternehmen, die den Abfall vergraben haben, dieses Geld nicht haben.