Der Verein Prijatelji životinja (Tierschutzverein) forderte am Montag ein gesetzliches Verbot der Nutzung von Pferden für touristische Kutschenfahrten. Der Antrag folgt auf ein verstörendes Video, das in den sozialen Medien auftauchte und zwei Pferde zeigt, die beim Ziehen einer Kutsche auf glattem Steinpflaster in Sinj stürzten, kurz vor dem Abschluss der diesjährigen Sinjska alka.
Das Video zeigt die Tiere, wie sie hilflos versuchen aufzustehen, während umstehende Bürger sie unter anderem am Schwanz ziehen. Die Szene löste eine Welle der Empörung aus, und der Verein betont, dass die Verantwortung nicht auf das Pferd abgewälzt werden kann.
"Es ist beschämend, dass dies als Attraktion präsentiert wird"
Snježana Klopotan Kačavenda, Projektkoordinatorin von Prijatelji životinja, verurteilte den Vorfall scharf. "Die Öffentlichkeit ist zu Recht entsetzt über das Video, denn die Verantwortung kann nicht auf das Pferd abgewälzt werden, nur weil es 'ausgerutscht' ist. Es ist beschämend, dass eine solche Behandlung von Pferden als Touristenattraktion präsentiert wird, anstatt sich zu fragen, wie es überhaupt möglich ist, dass jemand angeordnet hat, Tiere auf einem solchen Untergrund und bei solcher Hitze einzusetzen", erklärte sie.
Der Verein warnt, dass die Kombination aus glattem Steinpflaster, hohen Temperaturen, der körperlichen Anstrengung des Kutschenziehens sowie Lärm und Gedränge eine extrem stressige Umgebung für die Pferde schafft. Neben dem Leid der Tiere weisen sie auch auf das Sicherheitsrisiko für Menschen hin. Ein Sturz eines mehrere hundert Kilogramm schweren Tieres oder eine plötzliche Reaktion eines verängstigten Pferdes könnten zu schweren Verletzungen von Passanten und Fahrgästen führen.
Málaga als Vorbild: 25 Lizenzen abgeschafft
Der Verein ist der Ansicht, dass Tradition und Tourismusförderung keine Rechtfertigung dafür sein dürfen, Tiere unnötigem Stress und körperlicher Anstrengung auszusetzen. Als positives Beispiel nennen sie europäische Städte, die touristische Pferdekutschenfahrten einschränken oder ganz abschaffen. Dazu gehört auch das spanische Málaga, das im Oktober 2025 die letzten 25 Lizenzen für solche Fahrten abgeschafft hat.
"Wenn das Wohl der Tiere hinter Spektakel, Tourismus oder Bräuchen zurücksteht, dann ist es Zeit, die Tradition zu ändern", so Prijatelji životinja.
Der Antrag des Vereins stellt die Gesetzgeber nun vor die Frage, ob Kroatien dem Beispiel von Städten folgen wird, die erkannt haben, dass das Wohl der Tiere Vorrang vor dem touristischen Angebot haben muss, egal wie tief es in lokalen Bräuchen verwurzelt ist.