Die Zahl der Migranten, die bei dem Massenversuch, in die spanische Enklave Ceuta aus Marokko zu gelangen, ums Leben kamen, ist auf 77 gestiegen, teilten die spanischen Behörden am 4. August 2026 mit. Die vorherige offizielle Zahl lag bei 75 Toten, und diese neue Bestätigung kam, nachdem im Laufe des Tages verschiedene Berichte über das Ausmaß der Tragödie aufgetaucht waren.
Laut einem Bericht der mexikanischen Tageszeitung Reforma ereignete sich das tödliche Ereignis am Freitag, den 31. Juli 2026, als Tausende von Menschen versuchten, von Marokko auf das Territorium von Ceuta zu gelangen. Während Reforma eine Zahl von 77 Toten nennt, geben andere Quellen unterschiedliche Zahlen an. Die South China Morning Post (SCMP) berichtete von mehr als 80 Toten auf beiden Seiten der Grenze, einschließlich Ertrunkener und solcher, die bei einer Massenpanik ums Leben kamen, während Al Jazeera meldete, dass mehr als 72 Migranten starben, als sie versuchten, Ceuta zu erreichen.
Lawine ausgelöst durch Gerüchte in sozialen Medien
Die Ursache für diesen plötzlichen und massiven Migrationsansturm, den größten zwischen Marokko und Spanien seit Jahren, waren Desinformationen, die sich blitzschnell in sozialen Medien verbreiteten. Laut Reuters begann alles mit Instagram-Posts, die suggerierten, dass Spanien seine Grenze zu Marokko öffnet. Bald tauchten auf Facebook Nutzer auf, die Patrouillen der Küstenwache verfolgten, und auf TikTok Videos mit Anweisungen, wohin man schwimmen sollte.
Innerhalb weniger Tage trieb die Überzeugung, dass Europa plötzlich in Reichweite sei, Tausende junger Marokkaner dazu, Richtung Grenze zu ziehen. Busse, Regionalzüge und Taxis waren voll mit Menschen, die sich auf den Weg zur marokkanischen Stadt Fnideq in der Nähe des Grenzübergangs machten. Nach Angaben der SCMP wird geschätzt, dass innerhalb weniger Tage etwa 72.000 Menschen nach Ceuta gelangten.
Politische Folgen und Reaktionen
Die Tragödie wurde innerhalb weniger Stunden zu einem politischen Brennpunkt in Spanien. Die Al-Jazeera-Journalistin Ava Warriner untersuchte die wichtigsten Behauptungen über die Grenzübertritte und was bekannt ist, und Analysten, mit denen sie sprach, warnen, dass die Folgen weitreichend sein und weit über Spanien hinaus spürbar sein könnten.
Obwohl fast alle überlebenden Migranten bald nach Marokko zurückkehrten, werden die politischen Erschütterungen, die diese Krise ausgelöst hat, nicht schnell abklingen. Al Jazeera hob besonders hervor, wie die extreme Rechte die Krise in Ceuta für ihre eigenen politischen Ziele nutzte und eine menschliche Tragödie in eine Waffe in der breiteren Migrationserzählung verwandelte.