Drei Goldmedaillen der Jugend sind kein Wunder
Kroatien gewann im Sommer 2026 die Titel bei der U16-WM, der U18-WM und der U20-EM. Dahinter steckt ein mehrjähriger Prozess, nicht ein einzelner Mann oder eine Entscheidung.
Kroatien gewann im Sommer 2026 die Titel bei der U16-WM, der U18-WM und der U20-EM. Dahinter steckt ein mehrjähriger Prozess, nicht ein einzelner Mann oder eine Entscheidung.
Kroatien gewann im Sommer 2026 drei Goldmedaillen im Wasserball in verschiedenen Altersklassen. Die Titel holten die U16-, U18- und U20-Nationalmannschaften bei Wettbewerben in Zagreb, Portugal und Bulgarien. Es handelt sich um eine Leistung, die die Welt des männlichen Wasserballs in globalem Maßstab nicht kennt.
An der U16-Weltmeisterschaft in Zagreb nahmen 36 Mannschaften teil, so viele wie nie zuvor. Die U18-WM in Portugal versammelte 20 Teams, und die U20-EM in Bulgarien 16 Nationalmannschaften. Niemand aus der Elite fehlte, und die Kroaten besiegten alle.
Der Erfolg kam nicht über Nacht. 2017 gewann die U17-Nationalmannschaft Silber bei der WM, und ein Jahr zuvor gab es Gold für die U18-Mannschaft. Danach folgte eine Medaillen-Durststrecke, die ganze sieben Jahre dauerte, bis 2024. In diesem Zeitraum gab es etwa 20 aufeinanderfolgende Meisterschaften ohne Medaille, einige mit sehr niedrigen Platzierungen.
In den Jahren 2018, 2019 und 2021 gab es keine Medaillen. Das Pandemiejahr 2020 störte zusätzlich den Rhythmus. Die Durststrecke endete 2024 mit dem U19-Europameistertitel in Burgas unter der Leitung von Trainer Bajić, und 2025 mit der U20-Weltbronze, erneut mit Bajić auf der Bank.
Vor etwa 2-3 Jahren lokalisierte der Kroatische Wasserballverband das Problem und bildete eine Art "Konzil". Emil Nikolić, der erfolgreiche ehemalige Trainer von Jug, wurde aus Šabac zurückgeholt und zum Koordinator der Jugendnationalmannschaften von 16 bis 20 Jahren ernannt. Milivoj Bebić, Mitglied des Vorstands des Kroatischen Wasserballverbands und Mitglied der Hall of Fame in Fort Lauderdale, leistet seinen fachlichen Beitrag.
Neven Kovačević, Doktor der Kinesiologie und ehemaliger Nationaltrainer, organisiert Camps für Kinder von 11 bis 14 Jahren in ganz Kroatien. Die Camps finden in Varaždin, Split, Đakovo, Rijeka, Šibenik, Zagreb, Dubrovnik, Zadar und Vukovar statt. In jedem Camp versammeln sich 30, 40, sogar bis zu 60 Kinder aus allen Vereinen unter fachlicher Aufsicht von 6-7 Trainern.
Den Kindern werden die Grundlagen des Wasserballs, Taktik, aber auch gutes Benehmen beim Essen, der Umgang mit dem Gegner und das Stehen bei der Hymne beigebracht. In den gesamten Prozess ist auch der Senioren-Nationaltrainer Ivica Tucak eingebunden, und das Ziel ist es, einen spezifisch kroatischen Wasserballstil aufzubauen.
Ein entscheidender Punkt war die Rückkehr zu nationalen Rahmenbedingungen, also der Austritt aus der regionalen Liga. Spieler aus "kleineren" Vereinen bekamen endlich mehr Gelegenheiten, gegen die Elite zu spielen. Die Vereine gaben den jungen Spielern maximale Spielzeit und Vertrauen.
Aus der U20-Nationalmannschaft haben buchstäblich alle Spieler mindestens zwei Saisons in der Senioren-Meisterschaft absolviert. Einige haben sogar Champions League und EuroCup gespielt: Tončinić, Jerković, Šušić, Skejić und Ćurković. In der U20-Nationalmannschaft spielen Spieler aus Primorje, Jug AO, Mladost, Jadran, Mornar und Solaris, also aus 6 Vereinen.
Gleich drei Spieler traten diesen Sommer sowohl für die U18 als auch für die U20 an: Batoš, Rogić und Skejić. Senioren-Nationalspieler sind bereits Tončinić, Ćurković, Šušić und Jerković. Nur ein Jahr älter sind das Torhüter-Duo Mauro Ivan Čubranić, der bereits mit Bijač konkurriert, und der Torschütze Vlaho Pavlić.
Die Trainer der jüngeren Altersklassen sind Bajić (U19 und U20), Sabioni (U16) und Koljanin (U18). Keiner von ihnen ist allein für diesen Aufschwung verantwortlich, so wie auch keine einzelne Entscheidung alles verändert hat. Es geht um ein System, Arbeit und Mühe abseits der Schlagzeilen und TV-Kameras.