Der US-Präsident Donald Trump hat die Einführung von 50-prozentigen Zöllen auf kanadische Importe im Wert von 20 Milliarden US-Dollar verschoben, wie er am Mittwoch, dem 19. August 2026, bekannt gab. Die Verschiebung dauert drei Tage, und Trump erklärte, dass die beiden Länder in letzter Minute eine Einigung erzielt hätten, berichtete die Anadolu Agency.
"Canada and the U.S.A., subject to the finalization of documents, have a deal!", schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. In einem weiteren Beitrag fügte er hinzu: "I have paused the 50 per cent Tariffs against Canada, that were scheduled to kick in tomorrow morning for a three day period, based on the fact that Canada and the USA., subject to the finalization of documents, have a DEAL!", so der Hindustan Times.
Frist lief am Mittwochmorgen ab
Die Zölle sollten am Mittwoch um 12:01 Uhr in Kraft treten, und Trump veröffentlichte die Ankündigung der Verschiebung weniger als zwei Stunden vor Ablauf der Frist. Die neuen Abgaben hätten etwa fünf Prozent der gesamten kanadischen Exporte in die USA betroffen, darunter Produkte wie Hockeyausrüstung, Wein, Milchprodukte, Zement und Bekleidung, so Stijena.info.
Kanada und die USA haben im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen im Wert von 880 Milliarden Dollar ausgetauscht. Kanada hatte mit eigenen Gegenmaßnahmen gedroht, falls die Zölle in Kraft treten würden, was den Handelskonflikt zwischen den beiden historischen Verbündeten weiter verschärft hätte.
Verhandlungen laufen seit Juli
Trump und der kanadische Premierminister Mark Carney haben in dieser Woche zweimal telefoniert, während Unterhändler seit Juli versuchen, einen Kompromiss zu erzielen. Washington fordert den Rückzug der kanadischen Gegenmaßnahmen auf amerikanische Autos und eine Änderung der Milchquoten, während Ottawa die Abschaffung oder Reduzierung der Zölle in Schlüsselsektoren anstrebt.
In den letzten Stunden vor Ablauf der Frist wurde auch über eine Senkung der US-Zölle auf kanadische Autos von 25 auf 15 Prozent verhandelt, berichtete Reuters unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Allerdings konnten sich die beiden Seiten nicht darauf einigen, welche Autos Anspruch auf den günstigeren Satz hätten.
Ontario besonders betroffen
Ontarios Premierminister Doug Ford erklärte, er sei bereit, die Rückkehr von amerikanischem Alkohol in die Regale kanadischer Geschäfte zu erwägen, jedoch nur, wenn Kanada ein faires Abkommen erhalte. Ontario ist besonders verwundbar aufgrund der vielen Autofabriken und Arbeitsplätze in dieser Branche.
Die amerikanische Handelskammer warnte, dass eine Fortsetzung des Zollkonflikts die Kosten für amerikanische Familien erhöhen und Arbeitsplätze gefährden würde. Trump kündigte an, dass ein endgültiges Abkommen auch den Weg für die Wiederbelebung des Keystone-XL-Pipeline-Projekts ebnen könnte, das täglich etwa 830.000 Barrel Öl von Alberta in die USA transportieren würde. Das Projekt war zuvor von den Regierungen Barack Obamas und Joe Bidens gestoppt worden.