Mehr als 105.000 Arbeitnehmer aus Drittstaaten und die Unternehmen, die sie beschäftigen, treten ab September 2026 in einen völlig neuen Regulierungsrahmen ein, einen, der finanzielle Filter, Wohnstandards und die Verpflichtung zur Einstellung kroatischer Staatsbürger einführt. Nachdem Inspektionen Zehntausende von Unregelmäßigkeiten aufgedeckt haben, greift die Regierung zu einem umfassenden gesetzgeberischen Eingriff, der gleichzeitig den Arbeitsmarkt, die Justiz, die Energie und die Bildung betrifft, um sowohl auf innenpolitischen Druck als auch auf europäische Anforderungen zu reagieren.
Umsatz, Konten und einheimische Quote, wer den Filter passiert
Arbeitgeber, die Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern einstellen möchten, müssen künftig nachweisen, dass sie einen Jahresumsatz von mindestens 100.000 Euro erzielen und ihre Konten nicht gesperrt sind. Dies ist nur das erste einer Reihe von Kriterien, mit denen die Praxis, Hunderte von Menschen ohne Deckung ins Land zu holen, unterbunden werden soll. Zudem wird eine Quote für einheimische Arbeitskräfte eingeführt: Zwischen 10 und 20 Prozent der Beschäftigten müssen kroatische Staatsbürger sein, wodurch Arbeitgeber direkt gezwungen werden, auch Stellen für einheimische Fachkräfte auszuschreiben.
Ebenso reicht es nicht mehr aus, dem Arbeitnehmer eine beliebige Unterkunft zu stellen, vorgeschrieben sind mindestens 14 Quadratmeter pro Person, und die monatlichen Mietkosten dürfen 30 Prozent seines Nettogehalts nicht übersteigen. Darüber hinaus müssen Arbeitgeber künftig auch Nachweise über den Gesundheitszustand und die Impfungen der Beschäftigten beifügen, wodurch die Kontrolle auch auf medizinische Unterlagen ausgeweitet wird.
Parallel zur Verschärfung der Bedingungen für Unternehmen öffnen sich für die Arbeitnehmer Türen, die bisher nur angelehnt waren. Nach sechs Monaten bei einem Arbeitgeber wird ein Arbeitgeberwechsel erheblich erleichtert, und der Zeitraum, in dem sie ohne Verlust ihres regulären Status arbeitslos bleiben dürfen, verlängert sich von bisherigen auf drei bis sechs Monate.
Digitale Zeugnisse und neue Schlüssel für Richterstühle
Am 1. September tritt auch das reformierte Auswahlverfahren für Richter und Staatsanwälte in Kraft, das als Hebel zur Stärkung der Unabhängigkeit und Transparenz der Justiz konzipiert ist. Am selben Datum schließt der Bildungssektor seine mehrjährige digitale Transition ab: Ab dem Ende des Schuljahres 2025/2026 werden alle Zeugnisse ausschließlich in elektronischer Form erstellt. Die Dokumente werden dauerhaft im zentralen Register gespeichert und über die Plattform e-Građani zugänglich sein, wodurch physische Archivierung, Beglaubigungen und Behördengänge entfallen, eine Entlastung, die sowohl Familien als auch Institutionen spüren werden.
Strom bis Ende September eingefroren, Benzin bei 1,62 Euro
Das zehnte Paket staatlicher Maßnahmen zur Abmilderung der Energiekrise garantiert, dass die Strompreise für Haushalte, öffentliche und gemeinnützige Sektoren bis zum 30. September 2026 unverändert bleiben. Der Staat greift auch an den Tankstellen ein: Ohne diese Maßnahmen würde ein Liter Benzin 1,71 Euro kosten, so ist er auf 1,62 Euro begrenzt. Der kurzfristige Schutz kommt jedoch zusammen mit Anreizen für langfristige Selbstversorgung, für die Installation von Solarpaneelen und Wärmepumpen sind 40 Millionen Euro an Zuschüssen bereitgestellt, wobei der Staat bis zu 50 Prozent der Investition übernehmen kann.
Gleichzeitig gehört die großzügige Subventionierung großer Projekte, Windkraftanlagen und große Solarkraftwerke, der Vergangenheit an. Die Begründung ist einfach: Diese Technologien sind marktfähig geworden, und die bisherigen Anreize haben den Staat Milliarden Euro gekostet.
Kindergeld steigt, grüne Behauptungen unter der Lupe
Bis Ende September wird auch ein Vorschlag für ein neues Kindergeldgesetz erwartet, mit dem Ziel, die Beträge der Leistungen zu erhöhen, den Kreis der Anspruchsberechtigten zu erweitern und eine gerechtere Verteilung zu erreichen, ein Schritt, der direkt mit den schlechten demografischen Indikatoren verbunden ist. Der Herbst bringt auch strengere Regeln für die Werbung für Produkte mit ökologischen Merkmalen: Alle Behauptungen über eine 'grüne' Herkunft müssen durch glaubwürdige Beweise untermauert werden, wodurch der Raum für Marketing-Spielereien ohne Substanz geschlossen wird.