Türkei fordert Moratorium für Angriffe im Schwarzen Meer
Außenminister Hakan Fidan erklärte, Ankara habe den Vorschlag offiziell an Kiew und Moskau übermittelt, und warnte, dass sich der Konflikt auf alle Handelsschiffe ausgeweitet habe.
Außenminister Hakan Fidan erklärte, Ankara habe den Vorschlag offiziell an Kiew und Moskau übermittelt, und warnte, dass sich der Konflikt auf alle Handelsschiffe ausgeweitet habe.
Die Türkei hat am Samstag Russland und die Ukraine aufgefordert, ein Moratorium für militärische Aktionen im Schwarzen Meer einzuführen. Der Vorschlag, den der türkische Außenminister Hakan Fidan persönlich überbrachte, zielt in erster Linie darauf ab, Handelsschiffe und Energieinfrastruktur vor den immer häufigeren Angriffen zu schützen.
Fidan bestätigte in einem direkten Interview mit der offiziellen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, dass Ankara die Initiative offiziell sowohl an Kiew als auch an Moskau kommuniziert habe. "Er rief zur Einrichtung eines Mechanismus auf, der die Ausrufung eines Moratoriums ermöglichen würde", zitierte die Agentur seine Worte.
Der türkische Chefdiplomat zeichnete eine besorgniserregende Eskalation auf See. "Der Konflikt hat sich auf das gesamte Schwarze Meer ausgeweitet. Zunächst wurden Häfen und Kriegsschiffe angegriffen. Jetzt greifen sie alle Handelsschiffe an, ohne Unterschied", sagte Fidan. Besonders hob er hervor, dass auch Schiffe betroffen seien, die türkischen Eigentümern gehören oder unter türkischer Flagge fahren.
Seine Aussage kommt nur einen Tag, nachdem die Türkei am Dienstag Drohnenangriffe auf zwei Schiffe in türkischem Besitz im Schwarzen Meer verurteilt hatte. Bei diesen Vorfällen wurden nach verfügbaren Informationen Besatzungsmitglieder verletzt.
Nach Angaben der französischen Zeitung Le Monde bezieht sich die türkische Initiative in erster Linie auf das Gebiet des Schwarzen Meeres. Ziel sei es, so Quellen, einen Mechanismus zu schaffen, der Angriffe auf Energieinfrastruktur und Handelsschiffe stoppt, wodurch die Risiken für die Schifffahrt verringert und weitere Vorfälle in diesem Seegebiet verhindert werden sollen.
Ein Foto des Reuters-Fotografen Victor Sayenko vom 14. Juli 2026, das ein brennendes ziviles Schiff im Schwarzen Meer zeigt, veranschaulicht eindringlich die Gefahren, vor denen Ankara warnt. Die Türkei, die enge Beziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Kiew unterhält, positioniert sich als Vermittler, um die Freiheit der Schifffahrt und ihre eigenen maritimen Interessen zu schützen.