Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende des Kroatienkrieges gibt der Boden von Vukovar weiterhin gefährliche Überreste des Konflikts preis. Bei Arbeiten zur Renovierung und Reinigung des alten Flussbetts der Vuka, nur wenige Meter von Wohngebäuden entfernt, wurden Mörsergranaten, Zeitzünder und Raketenantriebe gefunden, was zu einem vollständigen Stopp der Arbeiten führte.
Fünf Projektile, drei vor Ort vernichtet
Josip Colarić, Leiter der Gruppe für Sprengstoffschutz in Vinkovci, bestätigte gegenüber HRT, dass bisher insgesamt fünf Projektile gefunden wurden. "Drei Projektile haben wir direkt an der Fundstelle vernichtet, zwei haben wir zur Vernichtung abtransportiert, und sie wurden in der Zwischenzeit zerstört", sagte Colarić.
Josip Suver, leitender Ingenieur des Projekts der Kroatischen Gewässer, erklärte, warum die Entscheidung zur Einstellung getroffen wurde. "Das ist kein Einzelfall mehr, ein oder zwei. Es handelt sich jetzt um mehrere Teile von Granatwerfer- und Artilleriemunition", sagte Suver. Er fügte hinzu, dass die Entscheidung in erster Linie aus Sicherheitsgründen für die am Projekt beteiligten Mitarbeiter, aber auch für die zukünftigen Nutzer des Gebiets getroffen wurde.
Untersuchung von 150.000 Quadratmetern in 90 Arbeitstagen
Vor den Entminungsteams liegt nun eine anspruchsvolle Aufgabe: 150.000 Quadratmeter Gelände innerhalb von 90 Arbeitstagen zu untersuchen. Die Arbeit wird durch schlammigen Boden, noch unter Wasser stehende Teile des Flussbetts und die Möglichkeit, dass Sprengstoffe in größerer Tiefe vergraben sind, erschwert.
Vladimir Franjić, Inhaber einer Entminungsfirma, warnt, dass die Gefahr auch nach Jahrzehnten nicht nachlässt. "Man kann nie sagen, dass eine Granate, die 20 Jahre im Boden liegt, nicht explodieren wird. Deshalb verwenden wir auch die Ausrüstung, die wir im Gelände einsetzen, um die Menschen zu schützen, die dort arbeiten", erklärte Franjić gegenüber HRT.
Gefahr lauert auch in der Donau
Das alte Flussbett der Vuka ist nicht das einzige Problemgebiet. Die Donau bei Vukovar birgt Sprengstoffe aus verschiedenen historischen Epochen, vom Ersten über den Zweiten Weltkrieg bis zum Kroatienkrieg. Aufgrund des derzeit niedrigen Wasserstands sind einige dieser Mittel zugänglicher geworden. Obwohl das Gebiet entlang der Stadt bereits untersucht wurde, sind neue Funde nicht ausgeschlossen.
Colarić appellierte an die Bürger, bei Funden verdächtiger Gegenstände nichts selbst zu unternehmen. "Nicht anfassen, nicht transportieren, nicht bewegen, nicht mitnehmen, sondern sofort die Polizei rufen. Wir werden in kürzester Zeit ausrücken und feststellen, worum es sich handelt. Wenn eine Gefahr besteht, werden wir das Mittel am Fundort vernichten", so seine Botschaft.