Der Tod der Spitzenstute Tashiba am 6. August 2026 auf dem Anwesen ihres Besitzers hat den Fall der zwangsweisen Entfernung von 45 Rennpferden vom Zagreber Hippodrom zu einem schweren Strafverfahren gemacht. Aus der gemeinsamen Erklärung des Initiativausschusses der Eigentümer und des Zagreber Galoppverbands, die einen Tag später veröffentlicht wurde, gehen direkte Vorwürfe gegen Bürgermeister Tomislav Tomašević und die Stadtverwaltung hervor: anhaltende Tierquälerei, rechtswidrige Enteignung fremden Eigentums und fragwürdiger Umgang mit öffentlichen Geldern.
Der Staatsanwaltschaft der Republik Kroatien (DORH), dem Amt zur Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität (USKOK) und der Veterinäraufsicht wurden dringende Ergänzungen zu den Strafanzeigen gemäß Artikel 205 des kroatischen Strafgesetzbuchs übermittelt, der das Töten und Quälen von Tieren unter Strafe stellt. Damit verlässt der gesamte Fall den Rahmen politischer Debatten und tritt in den Bereich strafrechtlicher Verantwortung ein.
Stute in desolatem Zustand zurückgegeben, stirbt vier Monate später
Tashiba starb nur vier Monate, nachdem sie aufgrund eines rechtskräftigen Gerichtsurteils an ihren Besitzer zurückgegeben worden war. Obwohl der Rechtsstreit gewonnen wurde, wurde das Tier in einem schweren Gesundheitszustand übergeben, krank, erschöpft, mit irreparablen Schäden an inneren Organen und schweren Infektionen. Die Erklärung nennt als direkte Ursache für diesen Zustand langwierige Isolation, unmenschliche Haltungsbedingungen und das strikte Verbot des Zugangs für die Eigentümer, die auf Behandlung bestanden hatten.
Namentlich genannt: vom beauftragten Tierarzt bis zum Bürgermeister
Die Erklärung des Zagreber Galoppverbands legt die Verantwortungshierarchie detailliert dar und nennt konkrete Akteure, die angeblich auf direkte Anweisung von Bürgermeister Tomašević gehandelt haben.
Eine zentrale Rolle bei der Evakuierung spielte der Tierarzt Mario Zeman, der persönlich vom Bürgermeister beauftragt wurde. Zeman war aktiv an der Beschlagnahmung der Pferde beteiligt, obwohl er von Anfang an die Identität der tatsächlichen Eigentümer kannte, die Daten waren über Mikrochips und offizielle Register leicht zugänglich.
Am Standort in Županja, wo Ivan Oršolić die Aufsicht führte, starben zwei Spitzenchampions, Singidunum und Iron John. Der Tierarzt Zeman selbst bestätigte später offiziell, dass die Todesursache Hunger war, also völliger Futtermangel.
Entführung eines Fohlens und Behinderung der Aufsicht
Das dritte Opfer in diesem Fall ist ein schwer verletztes Fohlen auf der Ranch von Carine Chiara Moretti in Čazma. Der Direktor des Hippodroms, Denis Gugić, weigerte sich persönlich, in Begleitung privater Sicherheitskräfte, das Fohlen den Eigentümern zu übergeben, obwohl es zu diesem Zeitpunkt noch lebte, wie Videoaufnahmen belegen. Der Veterinäraufseher Denis Sever verbot den Eigentümern ausdrücklich, das Tier zu übernehmen, und genehmigte seinen Transport an andere Orte, einschließlich der Veterinärfakultät, ohne Wissen und Zustimmung der Eigentümer.
Inspektor Sever, zuständig für 38 Pferde an diesem Standort, hat auch nach vier Monaten weder einen offiziellen Bericht erstellt noch sich gegenüber den Eigentümern zu den Todesursachen geäußert.
Phantom-Unterkünfte und enorme Kosten
Während die Stadt Zagreb aus dem Haushalt 500 Euro plus Mehrwertsteuer pro Monat und Pferd für angebliche Boxenunterkünfte auf den Anwesen von Carine Chiara Moretti (Čazma), Mario Zeman (Slatina) und Ivan Oršolić (Županja) zahlte, waren die Tiere tatsächlich in baufälligen Ruinen, Schuppen ohne Dach oder zweieinhalb Jahre im Freien untergebracht. Die überlebenden Pferde leiden heute an chronischer Atemwegserkrankung und Lungenentzündungen, was ihre Gesundheit und Arbeitsfähigkeit dauerhaft beeinträchtigt hat.
Rechtlicher und finanzieller Zusammenbruch der Stadtregierung
Die Erzählung von der "Wiederherstellung der Ordnung" auf dem Hippodrom ist angesichts der toten Champions, rechtskräftiger Gerichtsurteile zugunsten der Eigentümer und Beweisen für Hunderttausende Euro aus dem Stadthaushalt für die Haltung von Pferden im Freien und in Ruinen völlig zusammengebrochen. Die Stadt Zagreb erwartet nun eine Welle von Schadensersatzforderungen, die letztlich die Bürger zahlen werden.