Bei einer groß angelegten Aktion der Staatsanwaltschaft Istanbul haben die türkischen Behörden am Dienstag, dem 11. August 2026, Sebahatin Şirin, auch bekannt als Muzafer Şirin, den obersten Anführer der größten und berüchtigtsten Fangruppe von Galatasaray, "UltrAslan", festgenommen. Die Festnahme erfolgte nur einen Tag, nachdem Şirin auf der Social-Media-Plattform X den Justizminister Akin Gurlek scharf angegriffen hatte und ihm vorwarf, einer "geheimen Gruppe innerhalb des Staates" anzugehören, "die Galatasaray den Titel entreißen und Fenerbahçe krönen will".
Acht Stunden Durchsuchung und eine schockierende Entdeckung
Die Polizei drang in Şirins Haus ein und führte eine achtstündige gründliche Durchsuchung durch. Was sie fanden, übersteigt die üblichen Dimensionen von Hooliganismus und deutet auf eine tiefe Verbindung zur organisierten Kriminalität hin. In der Wohnung wurden 1,3 Millionen US-Dollar in bar, 840.000 Euro, große Mengen an Gold, Schmuck und verschiedenen Fremdwährungen entdeckt. Neben dem Geld wurden auch Waffen, Munition und vier Schutzwesten beschlagnahmt.
Die Anklagen häufen sich
Gegen Şirin wurden mehrere Anklagen erhoben, darunter organisierte Kriminalität, Schwarzmarkthandel mit Tickets, Besitz und Konsum von Betäubungsmitteln, Verbreitung falscher Informationen und Verursachung von Ausschreitungen in Sportstätten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Istanbul werfen ein Licht auf die dunkle Seite der Fangruppen, deren Macht, wie es scheint, weit über die Tribünen hinausreicht.
Verbindung zum Mord an Marko Ivković 2021
Die Gruppe "UltrAslan" ist in Serbien und ganz Europa für das tragische Ereignis vom November 2021 in Erinnerung geblieben. Damals wurde in Istanbul, vor einem Basketballspiel zwischen Galatasaray und Roter Stern, der 25-jährige Fan des Belgrader Klubs, Marko Ivković, getötet. Ivković wurde in der Nähe der Halle "Abdi İpekçi" von hinten erstochen und erlag seinen Verletzungen. Die Festnahme von Şirin und die Entdeckung seines Arsenals und seines Reichtums werfen nun ein neues Licht auf dieses Verbrechen und bestätigen die Vermutungen über die Verbindung von Mitgliedern dieser Gruppe zu schweren kriminellen Handlungen.
Während in den Fußballkreisen über potenzielle große Transfers gesprochen wird, wie die Ankunft von Mohamed Salah bei Trabzonspor, Romelu Lukaku bei Fenerbahçe oder Dušan Vlahović bei Beşiktaş, zeigt der Fall Şirin die dunkle Seite des türkischen Fußballs, wo bestimmte Fangruppen, wie die, die seit vier Jahren die Super League dominiert, wie kriminelle Organisationen agieren.