In der St.-Wolodymyr-Kathedrale in Kiew fand am Samstag eine Trauerfeier für Oleksiy Yukov statt, einen 40-jährigen Freiwilligen, der als 'Seelensammler' bekannt war. Yukov starb am 5. August bei einer Minenexplosion, als er eine Mission zur Bergung gefallener Soldaten an der Frontlinie in der Oblast Donezk leitete.
Tausende Menschen versammelten sich im Zentrum von Kiew, um einem Mann die letzte Ehre zu erweisen, der über zwei Jahrzehnte damit verbracht hatte, die sterblichen Überreste von Zivilisten und Soldaten zu finden, darunter auch viele russische. Yukov gründete die Organisation Platsdarm ("Brückenkopf") aus der Überzeugung heraus, dass alle Gefallenen ein würdiges Begräbnis verdienen.
Vom Teenager zum 'Seelensammler'
Yukov, gebürtig aus der kriegszerstörten Region Donbas, war Kampfsporttrainer. Mit der Suche nach Leichen begann er bereits als Teenager, nachdem er auf Überreste sowjetischer und russischer Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg gestoßen war. Die Freiwilligen von Platsdarm gehen auf Felder, in Wälder, in Ruinen und in Gebiete, in denen der Boden oft vermint ist, so die AP.
Bereits 2022 erlitt Yukov Beinverletzungen und verlor ein Auge bei einer Minenexplosion. Obwohl er sich noch von diesen Verletzungen erholte, kehrte er ins Feld zurück. Seine Hingabe an eine Arbeit, die er fast in religiöser Sprache beschrieb, ließ nicht nach.
"Fernminen, Beschuss, Drohnen, alles ist gegen dich. Aber du gehst und tust alles, damit jede Seele nach Hause zurückkehrt", schrieb Yukov letzten Monat in den sozialen Medien.
Kampf um jede Seele
Yukov äußerte sich auch zu denen, die meinten, russische Leichen sollten einfach auf dem Schlachtfeld gelassen werden. "Wenn sie sagen: 'Lasst sie verrotten', stimme ich nicht zu. So kämpfen wir für jede Seele", sagte er. Seine Arbeit beschrieb er als ununterbrochene Aktion. "Das ist Aktion. Aktion jeden Tag auf Feldern, in Waldstreifen, in Ruinen, wo dein Leben jeden Moment enden kann", schrieb er.
Der orthodoxe Gottesdienst in der St.-Wolodymyr-Kathedrale versammelte zahlreiche Bürger, die kamen, um einem Mann Respekt zu zollen, der im Körper eine Seele sah, die auf ihre Heimkehr wartet. Zu diesem Bericht trugen Derek Gatopoulos aus Athen und der AP-Fotograf Efrem Lukatsky bei.