Die ukrainischen Streitkräfte bereiten die Tschernobyl-Sperrzone intensiv auf einen möglichen erneuten russischen Angriff aus dem Gebiet von Belarus vor, berichtete am Montag, dem 10. August 2026, das deutsche Medium Der Spiegel. In dem verlassenen Gebiet um das ehemalige Kernkraftwerk rüstet das Militär Verteidigungsstellungen aus, gräbt Schützengräben und errichtet Schutzgalerien, um für alle Szenarien gewappnet zu sein.
Nach Informationen, die von ukrainischen und russischen Telegram-Kanälen, darunter UNIAN und RVvoenkor, verbreitet wurden, zielen die Aktivitäten darauf ab, einen potenziellen Durchbruch russischer Kräfte aus Richtung Belarus zu verhindern, dessen Grenze nur 15 Kilometer entfernt ist.
Drohnenabwehrnetze und zerstörte Brücken
Neben klassischen Befestigungen werden entlang der Straßen in der Sperrzone hohe Metallkonstruktionen mit Netzen errichtet, die vor Angriffen unbemannter Flugkörper schützen sollen. Im Falle einer Verschlechterung der Sicherheitslage könnte die Region in direkter Reichweite russischer FPV-Drohnen liegen.
Eine weitere Dimension der Vorbereitungen offenbart der Bericht des Kanals NOELREPORTS UA, der besagt, dass das ukrainische Militär auch die Eisenbahnbrücke zerstört hat, die zuvor von den Arbeitern des Kraftwerks Tschernobyl genutzt wurde. Ziel dieser Aktion war es, Russland daran zu hindern, diese Route für Truppenverlegungen im Falle einer neuen Offensive im Norden der Ukraine zu nutzen.
"Anti-Drohnen-Tunnel" auf Aufnahmen
Die verstärkten Aktivitäten in der Tschernobyl-Zone sind nicht neu. Ende Juli 2026 tauchten in den Medien Aufnahmen auf, die den Bau mehrerer Kilometer langer "Anti-Drohnen-Tunnel" im unbewohnten Gebiet direkt an der Grenze zu Belarus zeigen. Diese mit Netzen bedeckten Strukturen sind als geschützte Korridore für die Bewegung von Personal und Ausrüstung gedacht, verborgen vor feindlicher Aufklärung und Luftangriffen.
Die intensive Befestigung der Zone, die jahrzehntelang ein Symbol für Verlassenheit und radioaktive Kontamination war, ist ein starkes Indiz dafür, dass Kiew die Möglichkeit einer Wiedereröffnung der Nordfront und eines russischen Vormarsches von belarussischem Territorium ernsthaft in Betracht zieht, ähnlich wie zu Beginn der Invasion.