Der große Waldbrand, der seit Tagen in der spanischen Region Andalusien wütet, ist weiterhin aktiv, doch die lokalen Behörden äußern sich am Sonntag, dem 9. August 2026, vorsichtig optimistisch über seinen weiteren Verlauf. Das Feuer, das am Donnerstag in der Nähe der Kleinstadt Niebla in der Provinz Huelva ausgebrochen war, hat bisher eine Fläche von etwa 8.000 Hektar erfasst.
Wegen der Gefahr wurden vorsorglich zwischen 467 und 470 Menschen evakuiert, je nach Quelle. Der niederländische öffentliche Rundfunk NOS berichtet von 467 Evakuierten, während die französische Zeitung Le Figaro unter Berufung auf die Agentur AFP von 470 spricht. Das Feuer befindet sich etwa 70 Kilometer von der südlichen Grenze zu Portugal entfernt.
Wettlauf gegen Zeit und Wind
Die Löscharbeiten werden durch unwegsames, felsiges Gelände und starken Wind erheblich erschwert. "Wir haben es mit Winden von etwa 30 bis 35 Kilometern pro Stunde am Nachmittag zu tun", sagte Francisco Toscano, Regierungsvertreter in Andalusien, der spanischen Zeitung El País. Die Windrichtung in den kommenden Stunden wird entscheidend für den weiteren Verlauf der Operation sein.
Die Feuerwehrteams versuchen zu verhindern, dass das Feuer den Fluss Tinto überquert und sich in Richtung Provinz Sevilla ausbreitet. Laut Toscano haben sie bereits mit dem Bau von Verteidigungslinien begonnen. Mehr als 500 Menschen sind im Einsatz gegen die Flammen, darunter Feuerwehrleute und andere Notdienste, unterstützt von 250 Angehörigen der Militärischen Notfalleinheit (UME). Die Operation wird aus der Luft von mehr als zwanzig Luftfahrzeugen unterstützt, darunter 26 Löschflugzeuge, sowie von schwerem Gerät. NOS berichtet, dass auch 60 Soldaten an den Löscharbeiten beteiligt sind.
Behörden: "Etwas optimistischer"
Trotz der schwierigen Bedingungen gaben die Beamten am Sonntag Hinweise auf Fortschritte. "Wir haben noch viel Arbeit und einen schweren Tag vor uns, mit vielen Einsätzen, aber (...) wir sind etwas optimistischer", sagte Antonio Sanz, andalusischer Minister für Notfälle, vor Ort. Er betonte, dass nicht alle vom Feuer betroffenen Gebiete vollständig verbrannt seien.
Vor Ort war auch die Ministerin für ökologischen Wandel, Sara Aagesen, die auf die außergewöhnlich schwere Brandsaison hinwies, mit der Spanien konfrontiert ist. "Wir sprechen von 40 großen Waldbränden im Jahr 2026. Im gleichen Zeitraum des letzten Jahres waren es 15. Das zeigt die Ernsthaftigkeit und Komplexität dessen, was wir in unserem Land erleben", warnte die Ministerin.
Kampf an mehreren Fronten
Während die Schlacht in Andalusien andauert, kämpfen Feuerwehrleute und UME-Angehörige auch gegen einen weiteren Brand im Osten des Landes, in der Provinz Castellón. Dieser Brand hat bisher fast 400 Hektar erfasst, weshalb die Behörden eine Evakuierungsanordnung für eine kleine nahegelegene Ortschaft erlassen mussten.
Der Fotograf Mikel Konate von der Agentur REUTERS hat am Samstag, dem 8. August, Angehörige der Einheiten BRICA 401 und 402 in Granada festgehalten, wie sie mit Handwerkzeugen versuchen, das Feuer einzudämmen. Europa wird in diesem Jahr von aufeinanderfolgenden Hitzewellen und schwerer Dürre heimgesucht, die Wissenschaftler auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückführen. Die extreme Hitze hat die Vegetation ausgetrocknet, die während der Regenperioden zu Beginn des Jahres gewachsen war, und so Bedingungen wie ein Pulverfass geschaffen.