Seit Jahresbeginn bis zum 10. August haben die kroatischen Feuerwehrleute insgesamt 29.358 Einsätze verzeichnet, davon entfielen 8.832 auf die Brandbekämpfung. Die Daten des Staatlichen Feuerwehreinsatzzentrums 193 zeigen einen besorgniserregenden Trend: Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres ist die Gesamtzahl der Brände um 7,62 Prozent gestiegen.
Besonders dramatisch ist der Anstieg von Bränden im Freien, von denen in diesem Jahr 5.575 registriert wurden, davon 3.897 Vegetationsbrände. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 stiegen Brände im Freien um 12,99 Prozent, Vegetationsbrände um 23,40 Prozent und die insgesamt verbrannte Fläche nahm um 75,06 Prozent zu. In diesem Jahr hat das Feuer 9.646 Hektar vernichtet, verglichen mit 5.510 Hektar im gleichen Zeitraum 2024.
Trockenheit und trockene Gewitter als Hauptauslöser
Der oberste Feuerwehrkommandant Tucaković führt den Anstieg der Einsätze direkt auf die Wetterbedingungen zurück. "Den Anstieg können wir mit den Wetterbedingungen in Verbindung bringen, also mit langen Trockenperioden mit hohen Temperaturen, die die Vegetation austrocknen. In diesem Jahr hatten wir mehrfach auch trockene Gewitter, bei denen in kurzer Zeit mehrere Brände entstanden", erklärte er.
Trotz der herausfordernden Saison betont Tucaković den Erfolg der Feuerwehrkräfte: "Trotz der großen Anzahl von Bränden haben unsere Feuerwehrleute und Luftstreitkräfte erfolgreich gehandelt und die meisten Brände in kurzer Zeit gelöscht." Das Ausmaß des Einsatzes zeigt auch die Tatsache, dass die Löschflugzeuge in diesem Jahr an 104 Brandstellen eingesetzt wurden, wobei die Gesamtzahl der beteiligten Flugzeuge 273 beträgt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren die Flugzeuge an 58 Einsätzen beteiligt, mit insgesamt 152 Flugzeugen.
Feuerwalze auch im Landesinneren
Ungewöhnlich für diese Jahreszeit wird eine große Anzahl von Bränden auch im kontinentalen Teil Kroatiens verzeichnet. Der größte Kräfteeinsatz am 11. August wurde bei Cernik in der Gespanschaft Brod-Posavina registriert, wo im Freien ein Feuer ausbrach. An der Löschung des Feuers, das 100 Hektar Gras und niedriges Gestrüpp erfasste, beteiligten sich 42 Feuerwehrleute mit 12 Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Nova Gradiška sowie der Freiwilligen Feuerwehren Okučani, Gornji Bogićevci, Cernik, Dragalić, Rešetari, Nova Gradiška und Ljupina. Der Einsatz endete erst am 12. August um 4:36 Uhr morgens.
Am selben Tag, kurz nach 13:49 Uhr, wurde ein Brand in Kotoriba gemeldet. Neun Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Kotoriba mit zwei Fahrzeugen rückten aus und löschten bis 15:35 Uhr den Brand von Gras und niedrigem Gestrüpp, der eine Fläche von 5,5 Hektar erfasst hatte.
Auch die Feuerwehr von Zagreb war nicht untätig. In Remetinec brach um 12:41 Uhr ein Brand auf einer Fläche von zwei Hektar aus. 15 Feuerwehrleute mit sieben Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Zagreb und umliegender Freiwilliger Feuerwehren, darunter die FF Hrašće, Blato, Odranski Obrež, Jarun und Prečko, rückten aus. Das Feuer wurde bis 17:46 Uhr gelöscht.
Nächtliche Kämpfe an der Küste
Auch die Küste blieb nicht verschont. In den Abendstunden des 11. August um 21:30 Uhr ging beim Feuerwehr-Einsatzzentrum der Gespanschaft Split-Dalmatien eine Meldung über einen Brand bei Vinišće ein, wo Gras, niedriges Gestrüpp und junger Kiefernwald brannten. An der Löschaktion beteiligten sich 27 Feuerwehrleute mit 10 Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Trogir und der Freiwilligen Feuerwehren Marina, Seget Vranjica, Trogir, Okruk und Slatine. Das Feuer wurde am 12. August um drei Uhr morgens unter Kontrolle gebracht.
Etwas später, fünf Minuten nach Mitternacht, erhielt die Berufsfeuerwehr Dubrovnik eine Meldung über einen Brand in einem Kiefernwald in Dubrovnik. 32 Feuerwehrleute mit 10 Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr Dubrovnik, der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Dubrovnik und der FF Zaton rückten aus. Dank der schnellen Reaktion wurde das Feuer, das 6.000 Quadratmeter erfasst hatte, bereits um 1:45 Uhr unter Kontrolle gebracht.
Wegen der angekündigten Fortsetzung der hohen Temperaturen appellieren die Feuerwehrdienste an die Bürger, äußerste Vorsicht walten zu lassen, und erinnern an das Verbot, im Freien Feuer zu entzünden. Im Brandfall sofort die Nummer 193 wählen.