Das Problem der illegalen Ablagerung und Verbrennung von Abfällen im Bereich des ehemaligen Zementwerks in Podsued reißt nicht ab, und laut den Aufzeichnungen der Berufsfeuerwehr Zagreb wurden an diesem Standort sogar 60 Einsätze verzeichnet. Trotz wiederholter Warnungen an die zuständigen Institutionen bleibt eine konkrete Antwort der Stadt Zagreb und der Polizei aus, was bei der lokalen Bevölkerung Empörung ausgelöst hat.
Seit Jahren dasselbe Szenario: anliefern, anzünden, Feuerwehr löscht
Fotos, die Haufen von Plastik, Elektroschrott und Autoreifen auf dem Gelände des ehemaligen Zementwerks zeigen, sind erneut in den sozialen Medien aufgetaucht. Auf der Facebook-Seite "Špansko za svakoga" teilten Anwohner ihre frustrierenden Erfahrungen. "Wenn sich ein ausreichend großer Haufen angesammelt hat, zündet ihn jemand an", beschreiben sie den Ablauf, der sich ständig wiederholt.
Nach ihren Angaben bemerken sie das Feuer meist erst, wenn sich der Rauch auszubreiten beginnt, woraufhin die Feuerwehr gerufen wird. Diese kommt, löscht den Brand und geht, doch das Problem kehrt bald zurück. "Die Feuerwehr ist, nach allem, was wir von den Bewohnern hören, der einzige Teil des Systems, der jedes Mal schnell und konkret reagiert", betonen sie aus der Gruppe. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass sich nur etwa hundert Meter entfernt eine Schule befindet und in der Nähe auch ein Wohngebiet. "Rauch und Gestank kennen keine Grundstücksgrenzen, sondern landen in den Lungen der Bewohner von Podsued", fügen sie hinzu.
Jembrih warnte bereits im Juni 2025, keine Antwort
Der Hauptkommandant der Berufsfeuerwehr Zagreb, Siniša Jembrih, bestätigte gegenüber Zagreb.info, dass die Feuerwehr in den letzten zwölf Monaten an diesem Standort 33 Mal eingegriffen hat, hauptsächlich um Abfallbrände zu löschen. Bereits am 23. Juni 2025 sandte er jedoch eine E-Mail an die Polizeidirektion Zagreb und das Büro des Bürgermeisters, in der er ausführlich auf die Eskalation des Problems hinwies.
"Eine Analyse unserer Einsätze hat ergeben, dass es sich überwiegend um Abfallbrände handelt, und laut unserer Aufzeichnungen wurden an den genannten Standorten sogar 60 solcher Einsätze verzeichnet", heißt es in Jembrihs E-Mail.
Trotz der Ernsthaftigkeit der Lage und konkreter Zahlen behauptet Jembrih, dass auf dieses Schreiben nie eine Antwort kam. In der Nachricht schlug er auch eine konkrete Lösung vor. "Angesichts der Häufigkeit der Brände und des Verdachts, dass sie auf illegale Ablagerung und spätere Verbrennung von Abfällen zurückzuführen sind, höchstwahrscheinlich durch Fahrzeuge, die in dieses Gebiet einfahren, schlagen wir die Installation von Videoüberwachung an kritischen Punkten vor", führte der Kommandant aus. Er glaubt, dass dies eine genaue Identifizierung der Verantwortlichen ermöglichen und folglich die Anzahl der Brände und das Risiko für Menschen, Eigentum und Umwelt verringern würde.
Kommunale Ordnungsdienste und Polizei ohne Wirkung
Aus Gesprächen mit Anwohnern und lokalen Ratsmitgliedern geht hervor, dass im vergangenen Jahr sowohl kommunale Ordnungsdienste als auch die Polizei mehrfach an den umstrittenen Standort ausgerückt sind. Doch jedes Mal wiederholte sich dasselbe Muster: Die Personen, die Abfall abladen oder anzünden, wurden nicht auf frischer Tat ertappt. Eine Anfrage zum Vorgehen, zum Grundstückseigentum und zu möglichen Fortschritten in dem Fall wurde an die Polizeidirektion Zagreb und das Büro des Bürgermeisters gesendet, doch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels war von diesen Adressen keine Antwort eingegangen. Von der Berufsfeuerwehr Zagreb wurden ihre Einsätze auf Meldungen von Bürgern hin bestätigt.