Hajduk hat nach nur zwei gespielten Runden in der neuen Saison der SuperSport HNL nur einen Punkt auf dem Konto. Nach der Niederlage gegen Varaždin zum Auftakt folgte ein Unentschieden gegen Istra auf Poljud, und das Gegentor in der 90. Minute vertiefte die Krise und löste eine Welle der Unzufriedenheit unter den Fans aus.
Muster an Fehlern und Mangel an Charakter
In der Sendung Studio SHNL sparte der Expertenkommentator Hrvoje Vejić nicht mit Kritik an den Spielern. Er stellte fest, dass die Weißen ein beunruhigendes Muster haben, Gegentore in der Schlussphase der Spiele zu kassieren. "Solche Tore dürfen Hajduk nicht passieren, jetzt haben wir ein Muster: Žilina hat in der letzten Minute getroffen, Pafos auch, gegen Varaždin hast du einen Elfmeter verschossen, jetzt wieder ein Gegentor in der 90. Minute. Unsicherheit und Angst haben sich eingeschlichen", sagte Vejić.
Besonders ging er auf die Verantwortung der Abwehrspieler ein und betonte, dass die Trainerposition nicht entscheidend sei. "Die beiden Innenverteidiger, egal wie sie heißen, müssen das klären. Wenn du in mehreren Spielen diese Spiele und Punkte verlierst, musst du nach anderen Lösungen suchen. Egal wer Trainer ist, die Spieler müssen zeigen, wer Charakter hat. Du kannst zehn Zweikämpfe verlieren, aber diesen musst du gewinnen", so seine Botschaft. Er stimmte Trainer Garcia zu, dass die Mannschaft "dumme Tore" kassiert, stellte aber die entscheidende Frage nach der Ursache solcher Fehler.
Schildenfeld: Gute Organisation, aber nicht genug Mut
Sein Kollege Gordon Schildenfeld bot eine etwas andere Sichtweise und hob positive Aspekte im Spiel der Mannschaft aus Split hervor. "In Hajduks Spiel war eine gute Organisation. Sie hatten einen Plan und ein Programm, haben nach einer Standardsituation getroffen. Hajduk war organisiert, hatte einen klaren Plan, aber es fehlte das Spielglück. Sie hätten verdient gewonnen, aber Istra hat eine männliche Partie gezeigt und sie mit Kontern erwischt", analysierte Schildenfeld.
Er erkannte auch einen taktischen Mangel in der Abwehrkette. "Hajduk hatte Situationen, in denen sich die Abwehr zu früh zurückzog, sodass eine Lücke zwischen Mittelfeld und Abwehr entstand, und genau dort zog sich Istra hervorragend hinein. Man muss mutiger spielen. Ich denke, Hajduk braucht ein riskanteres Spiel, der Innenverteidiger näher am Stürmer", fügte er hinzu.
Schiedsrichter-Kontroversen: Zwei stille Elfmeter für Istra?
Neben dem Ergebnis sorgten auch die Schiedsrichterentscheidungen für viel Aufsehen. Die Gäste aus Pula protestierten zweimal heftig und forderten einen Strafstoß. Zuerst fiel Silić nach einer Flanke der Ball aus der Hand, er ging in den Zweikampf mit dem gegnerischen Spieler und rettete das Tor. Danach folgte eine noch hitzigere Situation, in der Hajduks Innenverteidiger Van Hoorenbeeck im Luftduell mit dem Ellbogen den Angreifer von Istra, Jaganjac, am Kopf traf. Schiedsrichter Erceg gab kein Foul, und der VAR-Raum blieb stumm.
Schildenfeld hatte keine Zweifel. "Zwei Elfmeter... Einer ist für uns hundertprozentig, der andere nach meinem Gefühl. Am Ende hätte Hajduk verlieren können, aber das sind solche Spiele", sagte er und bezog sich dann auf den Ellbogenschlag: "Ich weiß nicht, was man sich hätte ansehen sollen, dass der Schiedsrichter keine Entscheidung getroffen hat... Klarer Elfmeter, Schlag ohne Ball. Er hat ihn mit dem Ellbogen erwischt."
Hrvoje Vejić war noch deutlicher in seiner Verurteilung. "Ellbogenschlag, definitiv. Es kann keinen klareren Elfmeter geben. Der Spieler geht mit dem Ellbogen direkt ins Kinn, trifft ihn mit großer Wucht. Ich sehe nicht, warum der VAR nicht eingegriffen hat. Klare gelbe Karte und Elfmeter", betonte Vejić und verbarg seine Verwunderung über die Entscheidung nicht. "Offensichtlich wissen wir etwas nicht, was die Schiedsrichter wissen, oder wir sehen etwas nicht, was die Schiedsrichter sehen", schloss er mit einer Prise Ironie.