Nachdem Hajduk in den ersten beiden Runden der neuen Saison nur einen Punkt geholt hat, sieht sich der Verein ernsten Fragen zur Stabilität seiner Abwehr gegenüber. Die Niederlage gegen Varaždin mit 2:1 und das Heimremis gegen Istra mit 2:2 auf Poljud sorgten für neue Frustration und vertieften ein besorgniserregendes Muster. In fünf der letzten sechs Spiele kassierte das Tor der Weißen mindestens zwei Gegentore.
Muster von Gegentoren in den Schlussminuten
In der Sendung Studio SuperSport HNL analysierten die ehemaligen Hajduk-Spieler Hrvoje Vejić und Gordon Schildenfeld die Abwehrprobleme der Mannschaft aus Split. Vejić betonte besonders, dass es sich nicht mehr um isolierte Fehler handelt, sondern um ein Muster, das sich von Spiel zu Spiel wiederholt, mit besonderem Schwerpunkt auf Gegentoren in der Schlussphase.
"Solche Tore dürfen Hajduk nicht passieren, jetzt haben wir bereits ein Muster. Žilina hat in der letzten Minute getroffen, Pafos auch, gegen Varaždin wurde ein Elfmeter verschossen, und jetzt wieder ein Gegentor in der 90. Minute. Unsicherheit und Angst haben sich eingeschlichen. Die beiden Innenverteidiger, egal wie sie heißen, müssen das klären", so Vejić.
Spieler müssen Verantwortung übernehmen
Der ehemalige Kapitän von Hajduk ist nicht der Meinung, dass die Verantwortung für die schlechten Ergebnisse ausschließlich auf Trainer Garcia abgewälzt werden kann. Er betonte, dass der Schlüssel im Charakter der Spieler auf dem Platz und ihrer Fähigkeit liegt, die entscheidenden Zweikämpfe zu gewinnen. "Es ist egal, wer der Trainer ist, die Spieler müssen Charakter zeigen. Man kann zehn Zweikämpfe verlieren, aber den entscheidenden muss man gewinnen. Ich stimme Trainer Garcia zu, dass Hajduk dumme Tore kassiert, aber die Frage ist, warum das passiert", fügte Vejić hinzu.
Schildenfeld: "Die Abwehr zieht sich zu früh zurück"
Gordon Schildenfeld sah im Spiel der Weißen auch positive Elemente. Er ist der Meinung, dass die Mannschaft gegen Istra eine klare Idee und eine gute Organisation hatte, aber es fehlte an Spielglück und Chancenverwertung. "In Hajduks Spiel war eine gute Organisation. Sie hatten einen Plan, sie haben aus einem Standard getroffen. Hajduk war organisiert und hatte einen klaren Plan, aber es fehlte an Spielglück. Sie hätten verdient gewonnen, aber Istra hat ein robustes Spiel gemacht und Konter genutzt", sagte Schildenfeld.
Dennoch erkannte der ehemalige kroatische Nationalspieler auch einen konkreten taktischen Mangel in Hajduks Abwehrspiel. Seiner Meinung nach liegt das Hauptproblem im zu frühen Zurückweichen der letzten Linie, was einen gefährlichen Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld schafft. "Hajduks Abwehr zieht sich zu früh zurück, so entsteht Raum zwischen Mittelfeld und Abwehr, und Istra hat sich dort hervorragend hineingezogen. Hajduk muss mutiger spielen, mehr Risiko eingehen, und die Innenverteidiger müssen näher an den Stürmern stehen", schloss Schildenfeld.