Dinamo hat in der aktuellen Transferperiode zahlreiche Verstärkungen geholt und Optimismus für die Zukunft geschaffen, doch die Torhüterfrage bleibt weiterhin offen. Während die Mannschaft mühelos durch die frühen Qualifikationsrunden zur Champions League kommt, ist man sich in Maksimir bewusst, dass für einen ernsthaften europäischen Schritt genau das Wichtigste fehlt: Sicherheit zwischen den Pfosten.
Die Lösung ist wohlbekannt. Dominik Livaković, der kroatische Nationaltorhüter, hat bereits im vergangenen Frühjahr während seiner Leihe von Fenerbahçe gezeigt, wie viel er der Mannschaft bedeutet. Nun wollen die Blauen ihn dauerhaft zurückholen, und laut Informationen der Večernji list haben sich Spieler und Verein bereits auf alle persönlichen Bedingungen, einschließlich des Gehalts, geeinigt. Das einzige Problem ist die Ablösesumme, die der türkische Klub verlangt.
Vlak: Für Livaković gibt es keinen Betrag, den man nicht zahlen sollte
Marijan Vlak, der legendäre Torhüter von Dinamo aus dem Jahr 1982 und geschätzter Trainer, hat keinerlei Zweifel. Seine Botschaft ist glasklar: Dinamo darf nicht zulassen, dass dieser Deal wegen ein paar Millionen Euro scheitert.
"Absolut, Dinamo sollte auf der Verpflichtung von Livaković bestehen, egal was es kostet. Ich glaube, es wird sich auszahlen, genau wie sich seine Leihe im vergangenen Frühjahr ausgezahlt hat, als man sah, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Allerdings dachte ich, dass einer der drei oder vier Torhüter, die Dinamo hat, auftauchen würde, aber offenbar hat keiner das getan, was erwartet wurde. Dinamo will auch in Europa große Erfolge erzielen, und ich denke, dafür braucht es Livaković",
sagte Vlak gegenüber der Večernji list.
"Es macht keinen Sinn, sich wegen einer oder zwei Millionen Euro von den Türken zu trennen"
Vlak war in seiner öffentlichen Ansprache äußerst direkt und betonte, dass Livakovićs Konstanz auf hohem Niveau bereits zehn Jahre anhält und dass ein solcher Torhüter-Kaliber Ergebnisse garantiert. Er erinnerte auch an seine Auftritte bei der Weltmeisterschaft und seine Erfahrung in der Champions League.
"Meiner Meinung nach gibt es für ihn keinen Betrag, den man nicht zahlen sollte. Es ist mir unverständlich, dass ihn nicht schon ein ernsthafter europäischer Klub geholt hat. Wenn ich sehe, wie viel andere Torhüter bezahlt werden... Dinamo sollte nicht zögern, nicht einmal feilschen. Es macht keinen Sinn, sich wegen einer oder zwei Millionen Euro von den Türken zu trennen. Livi kann noch mindestens fünf Jahre auf höchstem Niveau spielen und hat große Wettbewerbe und die Champions League hinter sich. Es gibt wenige Torhüter mit einem solchen Lebenslauf",
fügte Vlak hinzu.
Wettlauf gegen die Zeit und Alternativen
Es werden auch alternative Lösungen wie Kahlina, Horkaš oder Zelenika genannt, doch Vlak ist skeptisch. Er hält sie für gute Torhüter, aber Dinamo habe bereits ähnliche in seinen Reihen, womit er Filipović, Nevistić und Zagorec meint. Was der Klub brauche, sei seiner Meinung nach ein Schritt in der Klasse, nicht eine Rotation auf demselben Niveau.
Vlak rief die Vereinsführung unter der Leitung von Präsident Zvonimir Boban dazu auf, nicht zu zögern. Er betonte, dass die Zeit entscheidend sei, da wichtige europäische Spiele bevorstünden, in denen ein Torhüter vom Kaliber Livakovićs der entscheidende Faktor für das Weiterkommen sein könne. "Ich weiß nicht, was die Türken tun und wie sie denken, dort ist immer Drama, aber das muss schnell gelöst werden", schloss der legendäre Torhüter.