In Mrkonjić Grad wurde am 4. August 2026 der Gedenktag für alle getöteten und vertriebenen Serben in der Militäroperation "Oluja" (Sturm) aus dem August 1995 begangen. An der gemeinsamen Gedenkveranstaltung der Republik Serbien und der Entität Republika Srpska nahmen hochrangige Beamte teil, darunter auch der serbische Präsident Aleksandar Vučić.
Nach Angaben von Veritas wurden bei der Aktion "Oluja" mehr als 220.000 Serben vertrieben, etwa 2.000 von ihnen wurden getötet oder gelten als vermisst. Die Gedenkveranstaltung in Mrkonjić Grad findet einen Tag bevor Kroatien am 5. August den Tag des Sieges und der Heimatdankbarkeit feiert, was seit Jahren die tief unterschiedlichen Erinnerungen an dieselben Ereignisse symbolisiert.
Vučević ehrt 262 gefallene Kämpfer
Der Vorsitzende der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) und Berater des Präsidenten für regionale Fragen, Miloš Vučević, besuchte den Gedenkraum in Mrkonjić Grad. Dabei erwies er den Opfern die Ehre und betonte die Bedeutung der Bewahrung der Erinnerung.
"Auf den Marmorplatten sind die Namen von 262 gefallenen Kämpfern und 20 Kämpfern eingraviert, die bis heute als vermisst gelten. Jedes Foto, jeder persönliche Gegenstand, jedes Dokument und jedes militärische Exponat zeugt von Menschen, die ihr größtes Opfer in die Freiheit eingebracht haben, die wir heute haben", schrieb Vučević, wie Kurir.rs berichtet.
Er betonte, dass solche Orte daran erinnern, dass Erinnerung, Respekt und Dankbarkeit eine dauerhafte Verpflichtung sind und dass die Wahrheit über die Heldentat der Gefallenen vor dem Vergessen bewahrt werden muss.
Vučić kritisiert Montenegro wegen des Gangs nach Knin
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić, der am selben Tag seinen Geburtsort in Bosnien und Herzegowina besuchte, kommentierte scharf die Ankündigung, dass eine montenegrinische Delegation an der kroatischen Feier zum Jahrestag der "Oluja" in Knin teilnehmen werde. Laut Dnevnik.hr erklärte Vučić, dass die Regierung Montenegros damit "an der Freude an der Feier" eines Ereignisses teilnehme, das Serbien und die Republika Srpska als Trauertag betrachten.
Diese Reaktion unterstreicht zusätzlich die anhaltenden politischen Spannungen und die unterschiedlichen Interpretationen der historischen Ereignisse am Ende des Krieges im Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens.
Rechtliches Nachspiel der "Oluja" und unterschiedliche Erinnerungen
Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) charakterisierte in seinem erstinstanzlichen Urteil gegen die kroatischen Generäle Ante Gotovina und Mladen Markač die "Oluja" als gemeinsames kriminelles Unternehmen mit dem Ziel, die Serben dauerhaft aus der damaligen Republik Serbische Krajina zu vertreiben. Das Berufungsurteil verwarf jedoch diese Behauptungen und sprach die Generäle von allen Anklagepunkten frei, obwohl festgestellt wurde, dass nach den bewaffneten Angriffen schwere Verbrechen an der serbischen Bevölkerung begangen wurden, für die die kroatische Staats- und Militärführung nicht verantwortlich ist.
Der Internationale Gerichtshof (IGH) wies im Februar 2015 die gegenseitigen Klagen Kroatiens und Serbiens auf Völkermord ab. Das Gericht stellte fest, dass während und nach der "Oluja" Verbrechen begangen wurden, die Elemente eines Völkermords darstellen könnten, aber eine "spezifische Völkermordabsicht" nicht nachgewiesen sei.
Die Republik Serbien und die Republika Srpska gedenken seit 2014 gemeinsam der getöteten und vertriebenen Serben bei der Aktion "Oluja".