Podgoricas Schritt in Richtung Knin: Vuksanović sieht Respektbekundung gegenüber Zagreb
Die Entsendung eines Geschäftsträgers zur Gedenkfeier hat geteilte Reaktionen hervorgerufen, von Unterstützung bis zu Verurteilungen aus Belgrad und Podgorica.
Die Entsendung eines Geschäftsträgers zur Gedenkfeier hat geteilte Reaktionen hervorgerufen, von Unterstützung bis zu Verurteilungen aus Belgrad und Podgorica.
Adrijan Vuksanović, Vorsitzender der Kroatischen Bürgerinitiative und Führer der größten Partei der Kroaten in Montenegro, bewertete, dass die montenegrinische Regierung durch die Entsendung eines Geschäftsträgers aus ihrer Botschaft in Zagreb zur Gedenkfeier zum 31. Jahrestag der Militäroperation Oluja in Knin deutlich Respekt gegenüber Kroatien gezeigt hat.
Diese Geste interpretierte Vuksanović als Ausdruck "des Respekts gegenüber Kroatien und seinem Kampf für Freiheit und territoriale Integrität". Gleichzeitig kritisierte er scharf die Haltung des montenegrinischen Präsidenten Jakov Milatović, der der Ansicht war, dass die Teilnahme an der Gedenkfeier nicht notwendig gewesen sei.
Vuksanović bezeichnete Milatovićs Einschätzung als Fortsetzung des "politischen Herumirrens". "Das politische Handeln des montenegrinischen Präsidenten besteht darin, mit jedem gut auszukommen, und am Ende stellt man fest, dass man mit niemandem gut auskommt", erklärte Vuksanović. Er fügte hinzu, dass Milatović, wenn er objektiv sein wolle, klar die Ursachen der Kriege im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien benennen müsse.
Aus dem Kabinett von Präsident Milatović wurde zuvor mitgeteilt, dass die Teilnahme an der Gedenkfeier für Oluja keine staatliche Verpflichtung Montenegros sei. In der Mitteilung heißt es, dass dieses Ereignis von einem Teil der kroatischen Öffentlichkeit als Symbol des Sieges wahrgenommen werde, während es von einem Teil der serbischen Gemeinschaft als Symbol des Leidens und der Vertreibung gesehen werde. "Montenegro pflegt gute Beziehungen zu Kroatien, aber diese beinhalten nicht die verpflichtende Teilnahme an Veranstaltungen, die bei einem Teil der Bürger schmerzhafte Erinnerungen hervorrufen", heißt es in der Mitteilung, mit der Botschaft, dass die Staatspolitik ausgewogen sein und auf die Achtung aller Opfer abzielen sollte.
Die Entscheidung der montenegrinischen Regierung wurde zuvor vom serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić scharf kritisiert. Auf der anderen Seite glaubt Vuksanović, dass Kroatien den Schritt der montenegrinischen Regierung zu schätzen wissen wird, den er als wichtigen Fortschritt in den gegenseitigen Beziehungen sieht.