Nach den Worten von Ivana Kolar, Vorsitzende der Gemeinschaft für Gesundheitstourismus bei der Kroatischen Wirtschaftskammer (HGK), die in der zentralen Nachrichtensendung des HRT zu Gast war, besitzt Kroatien ein beträchtliches Potenzial im Gesundheitstourismus, das Besucher in allen Monaten des Jahres anziehen könnte. Derzeit werden die höchsten Einnahmen im Medizintourismus verzeichnet, während Rehabilitation, Wellness und Prävention ein großes ungenutztes Potenzial darstellen.
Gesundheitstourismus umfasst Wellness- und Präventionsprogramme, spezialisierte Krankenhäuser sowie medizinische Dienstleistungen. Obwohl die statistischen Daten nicht vollständig sind, betont Kolar, dass die höchsten Einnahmen aus dem Medizintourismus stammen, insbesondere aus der Zahnmedizin, der ästhetischen Chirurgie und der Augenheilkunde sowie der Rehabilitation.
Reichtum an natürlichen Heilfaktoren
Kroatien sei, so betonte sie, reich an natürlichen Heilfaktoren, weshalb es auch Gäste anziehen sollte, die nicht nur zur Behandlung, sondern auch zur Erhaltung der Gesundheit kommen.
Gesundheitstourismus ist der Hauptgrund, warum Gäste reisen und Ziele das ganze Jahr über besuchen. Diese Besucher reisen unabhängig von den Wetterbedingungen, sind zahlungskräftig und geben am meisten Geld aus.
Angesichts der Bemühungen, die Tourismussaison zu verlängern und ein Ganzjahresgeschäft zu entwickeln, ist Kolar der Ansicht, dass der Gesundheitstourismus einer der wichtigsten Trumpfkarten Kroatiens sein sollte.
Größter Investitionszyklus: 18 Krankenhäuser und Thermalbäder werden umgestaltet
Kolar bewertete, dass im kroatischen Gesundheitstourismus derzeit der bisher größte Investitionszyklus stattfindet. Neben Projekten wie den Terme Wellovar in Bjelovar befinden sich 18 Spezialkrankenhäuser und Thermalbäder in der Umgestaltung.
Sie werden bald neue Unterkunfts- und Gesundheitseinrichtungen erhalten und auf der internationalen Bühne wettbewerbsfähig werden. Es ist wichtig, hier nicht stehen zu bleiben, sondern weiterhin in Humanressourcen, Dienstleistungen, Qualität und Produktentwicklung zu investieren.
Im privaten Medizintourismus findet gleichzeitig eine Konsolidierung statt, bei der sich viele kleinere Kliniken zusammenschließen, um auf dem Markt erfolgreicher zu sein.
Vernetzung der Systeme und Branding als Herausforderungen
Als eine der größten Herausforderungen hob Kolar die Vernetzung verschiedener Dienstleistungen zu einem einheitlichen Produkt hervor. Gesundheitstourismus umfasst den Gesundheits- und Tourismussektor, Reisebüros, Versicherungsgesellschaften und andere Branchen.
Es ist entscheidend, Barrieren für ihre Integration zu beseitigen, damit die Erbringung gemeinsamer Dienstleistungen ohne Unterbrechungen und Schwierigkeiten abläuft. Ziel ist es, alle bestehenden Dienstleistungen zu bündeln und neue gemeinsame Produkte zu entwickeln.
Steuererleichterungen können ebenfalls hilfreich sein, aber Kolar ist der Ansicht, dass die größte Herausforderung gerade in der Beseitigung von Hindernissen zwischen den verschiedenen Systemen liegt.
Kroatien hat den Vorteil von hochqualifiziertem und fachkundigem medizinischem Personal, doch bereits jetzt macht sich dessen Mangel bemerkbar, der in Zukunft weiter zunehmen könnte. Kolar betonte auch die Notwendigkeit zusätzlicher Schulungen für Mitarbeiter, damit diese mit allen Aspekten der Dienstleistung vertraut sind, einschließlich Tourismus, Kultur und Kommunikation mit Gästen.
Nach ihren Worten ist Kroatien noch nicht ausreichend als Destination für Gesundheitstourismus gebrandmarkt. Die HGK und die Kroatische Tourismuszentrale (HTZ) haben viele einheimische Unternehmen bei gemeinsamen Auftritten auf europäischen Messen vernetzt, aber es fehlt eine klare Strategie, um Kroatien auf ausländischen Märkten zu präsentieren.
Es ist notwendig, eine Geschichte darüber zu entwickeln, was kroatischer Gesundheitstourismus ist, worin wir am stärksten sind und wie wir das dem Markt näherbringen.
Die Diskussion über die Entwicklung des Gesundheitstourismus als Motor für das Ganzjahresgeschäft wird Anfang Oktober auf der Konferenz Tourismus 365 in Zagreb stattfinden.