Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte am Montagabend neue Angriffe auf Ziele tief im russischen Territorium an. In einer Videoansprache sagte er, die Ukraine werde solche Operationen fortsetzen, um Moskau zu demonstrieren, dass Frieden notwendig sei.
"Frieden ist notwendig", erklärte Selenskyj. Diese Ankündigung erfolgte, nachdem Kiew einen erfolgreichen Angriff auf die russische Ölindustrie in der sibirischen Stadt Tobolsk bestätigt hatte, womit es seine Fähigkeit zeigte, Ziele Tausende Kilometer von den ukrainischen Grenzen entfernt zu erreichen.
Wachsende nordkoreanische Bedrohung
Selenskyj lenkte erneut die Aufmerksamkeit auf die immer bedeutendere militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea. Er behauptete, Moskau habe bereits zusätzliche ballistische Raketen aus Pjöngjang erhalten und bereite sich auf die Ankunft eines neuen Kontingents nordkoreanischer Soldaten vor. Für diese Behauptungen legte er jedoch keine konkreten Beweise vor.
Der ukrainische Präsident betonte, dass nordkoreanische Waffen in Zusammenarbeit mit Russland verbessert worden seien und nun eine ernsthafte Bedrohung auch für Länder in Asien darstellten. Am Wochenende hatte er zudem eine neue Schätzung über die Zahl der nordkoreanischen Soldaten vorgelegt, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden könnten, und diese Zahl auf bis zu 50.000 angehoben, was deutlich über früheren Annahmen liegt.
Geschichte der nordkoreanischen Beteiligung
Zur Erinnerung: Nordkoreanische Soldaten wurden 2024 und 2025 auf russischem Territorium stationiert. Ihre Hauptaufgabe war es, russische Streitkräfte bei Operationen zur Zurückdrängung ukrainischer Einheiten aus der westrussischen Region Kursk zu unterstützen. Diese grenzüberschreitende Offensive war einer der bedeutendsten ukrainischen Vorstöße auf russisches Territorium seit Beginn der Invasion.
Die Ukraine hat in den letzten Monaten ihre Gegenangriffe auf russische Ziele erheblich intensiviert und setzt dabei in großem Maße auf den Einsatz von Drohnen. Der Krieg, der seit mehr als vier Jahren dauert, ist in eine Phase eingetreten, in der beide Seiten versuchen, eine möglichst günstige Verhandlungsposition zu erreichen.