Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Dienstag, dem 11. August 2026, dass Russland zum ersten Mal in seiner Geschichte mit einer Situation konfrontiert sei, in der es keinen Krieg mehr ohne direkte Unterstützung Nordkoreas führen könne. In seiner Ansprache, die der Kyiv Post übermittelt, betonte Selenskyj, dass Moskau strategische Reserven verliere und zunehmend auf militärische Hilfe aus Pjöngjang angewiesen sei.
"Dies ist das erste Mal in der Geschichte Russlands, dass es keine strategischen Reserven mehr hat. Zum ersten Mal kann es nicht ohne die Hilfe Nordkoreas Krieg führen", sagte Selenskyj. Nach seinen Angaben bereitet sich Russland nun auf die Stationierung eines zusätzlichen nordkoreanischen Militärkontingents auf seinem Territorium vor und hat bereits eine neue Lieferung ballistischer Raketen aus Nordkorea erhalten.
Ukraine als Übungsplatz für Pjöngjang
Selenskyj warnte, dass der Krieg in der Ukraine tatsächlich als Übungsplatz für die nordkoreanische Armee diene, und betonte, dass diese Erfahrung nicht unbedingt auf europäischem Boden bleiben werde. Jede gegen die Ukraine abgefeuerte Rakete, so sagte er, liefere Pjöngjang wertvolle Informationen über das Verhalten ihrer Waffen unter realen Kampfbedingungen.
Ebenso gebe jede Stationierung nordkoreanischer Soldaten auf russischer Seite ihnen direkte militärische Erfahrung gegen ukrainische Streitkräfte, einschließlich des Einsatzes westlicher Waffen, Drohnen und moderner Taktiken auf dem Schlachtfeld. "Jeder muss verstehen, was das bedeutet. Es geht hier nicht nur um das Leben der Menschen in der Ukraine und es geht nicht nur um Bedrohungen speziell für uns", so der ukrainische Präsident.
Warnung an asiatische Verbündete
In seiner Ansprache nannte Selenskyj ausdrücklich Japan, Südkorea und die Philippinen als Länder, die letztlich mit einer deutlich fähigeren nordkoreanischen Armee konfrontiert sein könnten, dank der Erfahrungen, die auf dem ukrainischen Schlachtfeld gesammelt wurden. Damit erweiterte er die Warnung weit über die Grenzen Europas hinaus und deutete an, dass die Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang globale Sicherheitsauswirkungen habe.
Mit diesen Äußerungen appellierte Selenskyj weiterhin an die internationale Gemeinschaft um zusätzliche Hilfe für die Ukraine und versuchte gleichzeitig, die asiatischen Verbündeten für die potenziellen langfristigen Folgen der aktuellen Konfliktdynamik für ihre eigene Sicherheit zu sensibilisieren.