Die ukrainische Armee hat in diesem Jahr 745 Quadratkilometer Gebiet, das zuvor unter russischer Besatzung stand, wieder unter ihre Kontrolle gebracht, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch, dem 12. August 2026. Er betonte, dass die Offensive planmäßig durchgeführt worden sei.
In den letzten Monaten versuchen die ukrainischen Streitkräfte, den Druck auf Moskau zu erhöhen, indem sie Gegenangriffe an Teilen der 1200 Kilometer langen Front durchführen und gleichzeitig logistische und energetische Kapazitäten angreifen.
Zurückeroberte Ortschaften in drei Oblasten
Laut Selenskyj befinden sich 26 Ortschaften in den Oblasten Dnipropetrowsk, Donezk und Saporischschja wieder unter der Kontrolle Kiews. Sie liegen entlang eines etwa 60 Kilometer langen Frontabschnitts, an dem die Grenzen dieser drei Oblasten zusammentreffen.
"Diese unsere Offensivoperation wurde präzise und genau nach Plan durchgeführt", schrieb Selenskyj auf dem sozialen Netzwerk X und zollte den ukrainischen Luftlandetruppen und anderen Einheiten Anerkennung.
DeepState: Großer Teil des Territoriums noch in der Grauzone
Nach Angaben der ukrainischen Gruppe DeepState, die die Bewegungen an der Front verfolgt, befindet sich ein großer Teil dieses Gebiets noch in der Grauzone, die von keiner Seite vollständig kontrolliert wird. Ein Teil ist als Gebiet markiert, das weiterhin unter russischer Kontrolle steht.
Ein Video, das der ukrainische Generalstab am Mittwoch veröffentlichte, zeigt hauptsächlich Drohnenaufnahmen, auf denen ukrainische Soldaten in befreiten Orten eine Flagge hissen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Echtheit dieser Aufnahmen nicht unabhängig verifizieren.
Russischer Vormarsch verlangsamt, aber präsent
Analysten schätzen, dass der Vormarsch der russischen Streitkräfte in diesem Jahr an den meisten Frontabschnitten langsamer geworden ist, obwohl sich russische Einheiten weiterhin wichtigen Städten in der östlichen ukrainischen Oblast Donezk nähern.
Moskau hat Kiew aufgefordert, auf den verbleibenden Teil der industriell entwickelten Oblast Donezk zu verzichten, was die ukrainische Seite ablehnt.