Am vergangenen Wochenende war die Neretva Schauplatz der 29. Ausgabe des Maraton lađa, einer Veranstaltung, die auch in diesem Jahr eine Fülle von Geschichten über Zusammenhalt und Freundschaft hervorbrachte. Von der spannenden Konkurrenz um den Domagoj-Schild bis zu berührenden menschlichen Gesten bestätigte die Lađa-Saison erneut ihren besonderen Status in den Herzen der lokalen Bevölkerung.
Bier von der Brücke löst eine Lawine guter Nachrichten aus
Besondere Aufmerksamkeit erregte das Team Škrapa aus Momići, bekannt für seinen fröhlichen Geist. Während des Rennens, als sie durch Stablina ruderten, erlebten sie etwas Ungewöhnliches. Eine unbekannte Frau ließ ihnen von der Brücke aus mit einem Seil einen Sack voller kaltem Bier ins Boot hinab. Nachdem sie auf dem 15. Platz gelandet waren, starteten die Škrapa über soziale Medien eine Suche nach der mysteriösen Wohltäterin.
"Liebe Leute und Anhänger des Marathons, helft uns, eine besonders wunderbare Frau zu finden, die uns in Ploče mit einem Seil unter der Brücke einen Sack voller kaltem Bier ins Boot geworfen hat! Alle bis zum dritten Glied sollen sich melden und uns sagen, wer sie ist, damit wir ihr ein Škrapa-T-Shirt schenken können! Danke!", so das Team.
Die Suche dauerte nicht lange. Bald stellte sich heraus, dass es sich um Snježana Družijanić handelt, eine Parićarka (Steuerfrau) des Lađarica-Teams Stablina, die zuvor bereits Gast bei ihrer Lažijada in Momići gewesen war.
"Wir haben sie gefunden oder sie hat uns gefunden. Eine schöne Geschichte, wie man es auch dreht und wendet", so die Škrapa, die hinzufügten: "Danke an alle für die Anrufe und Fragen zur Suche nach der Frau, die in Ploče solch eine Heldentat vollbracht hat, aber wir haben ihre Identität enthüllt: Sie ist die Parićarka des Lađarica-Teams Stablina, Snježana Družijanić, und sie war bei unserer Lažijada in Momići. Manche Geschichten sind wirklich ein Wunder, und diese Lađa-Saison hat uns viele schöne Geschichten und Freundschaften beschert! Möge es so weitergehen! Auf Wiedersehen bis zur nächsten Veranstaltung! Škrapa, eine Institution, keine Laune."
Im sportlichen Teil teilten sich die Teams Crni put aus Metković und Gusari aus Komin den ersten Platz beim Marathon.
Tradition wird an die Jüngsten und an gefährdete Gruppen weitergegeben
Dass der Maraton lađa nicht nur ein Sportwettbewerb ist, sondern auch ein tief verwurzelter Teil der neretvanischen Identität, zeigte auch der kreativ-pädagogische Workshop, der am Freitag vor dem Rennen stattfand. In den Räumlichkeiten des Vereins für Menschen mit Behinderungen Prijatelj in Metković hatten Kinder und Nutzer die Gelegenheit, die Reize dieser Tradition aus erster Hand zu erleben.
Der Workshop wurde von Martina Nikolić organisiert, einer ehemaligen Ruderin und Trainerin des Teams Gusarica, heute Mitglied des UL Metkovke. Sie brachte ihre Medaillen mit und teilte persönliche Geschichten von der Neretva. Ein besonders emotionaler Moment war der Besuch des sechsjährigen Domagoj Sente, eines großen Marathon-Fans, der stolz die Medaillen seines Vaters Mile Sente, eines Ruderers des Teams UL Crni put, sowie den Pokal zeigte, den er beim Schnellrennen in Opuzen am 5. August gewonnen hatte.
Die familiäre Dimension der Veranstaltung wurde zusätzlich durch die Mädchen Iva und Mia Musulin betont, die Martina ein T-Shirt des Teams UL Crni put schenkten. Ihr Vater Josip Musulin ist ebenfalls Ruderer dieses Teams, und bei dem Workshop war auch ihre Mutter Katja dabei.
Um das Erlebnis abzurunden, lieh der Verein der Lađa-Fahrer der Neretva Requisiten aus, darunter auch den markanten Schild. Die Teilnehmer sahen sich die Monographie "25 Jahre Maraton lađa" und das Bilderbuch "Neretvanske lađe" der Autorin Anamarija Dominiković an. Nach dem pädagogischen Teil folgte die kreative Arbeit: das Zeichnen von Motiven von der Neretva und das Bemalen von Gipsbooten, die von den Integrativne radionice Prijateljica plus hergestellt und gespendet wurden. Die Kinder nahmen ihre Werke als bleibende Erinnerung mit nach Hause.