Die englische Fußballerin Lucy Bronze hat erklärt, dass ein Boykott der FIFA-Wettbewerbe durch die UEFA-Mitglieder "das Richtige" für die Zukunft des Fußballs wäre, auch wenn eine solche Entscheidung die ersten und größten Auswirkungen auf den Frauenfußball haben könnte. Der erste bevorstehende FIFA-Wettbewerb ist die U20-Frauen-Weltmeisterschaft, die am 5. September 2026 in Polen beginnt.
Die Reaktion der UEFA erfolgte, nachdem bekannt wurde, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino plant, einen Anteil an den kommerziellen Rechten der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Alle 55 UEFA-Mitglieder haben die Möglichkeit eines Boykotts der FIFA-Wettbewerbe angekündigt, und diese Option bleibt auch nach dem Rückzug der FIFA von dem umstrittenen Plan aktuell.
Frauenfußball würde die Folgen zuerst spüren
Am Turnier in Polen sollen sechs europäische Nationalteams teilnehmen, England, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und der Gastgeber Polen. Dennoch ist Lucy Bronze, Spielerin des FC Chelsea und englische Nationalspielerin, der Ansicht, dass die Spieler ihren Überzeugungen treu bleiben müssen, auch wenn dies bedeutet, große Turniere zu verpassen.
"Ich denke, die Spieler, die an diesen Turnieren teilnehmen, die europäischen Spieler, stehen fest hinter ihren Überzeugungen, was gut für unseren Sport ist", sagte Bronze. "Wenn das einen Boykott bedeutet, dann muss das geschehen. Es geht um die Zukunft, nicht nur um uns und diesen Moment."
Die zweifache Europameisterin betonte, dass solche Entscheidungen nicht nur die aktuelle Generation von Fußballern und Fußballerinnen betreffen. "Es geht um alle Jungen und Mädchen, die nach uns kommen. Es ist wichtig, dass wir sicherstellen, dass sich der Fußball in den kommenden Jahrzehnten in die richtige Richtung bewegt", fügte Bronze hinzu.
Frankreich bestätigt Teilnahme
Während die meisten europäischen Fußballverbände zu ihrer Teilnahme schweigen, hat der Französische Fußballverband (FFF) gegenüber BBC Sport bestätigt, dass sein Team am Turnier teilnehmen wird. "Frankreich wird vorerst an der FIFA-U20-Frauen-Weltmeisterschaft teilnehmen", heißt es in einer kurzen, aber eindeutigen Erklärung des FFF.
Das verheerendste potenzielle Ergebnis dieser politischen Manöver betrifft die Frauen-Weltmeisterschaft 2027, die in Brasilien stattfinden wird. Wenn europäische Nationalteams aufgrund des Boykotts die Qualifikations-Playoffs verpassen, wären sie für die Endrunde untauglich. Im Oktober 2026 steht auch die U17-Frauen-Weltmeisterschaft in Marokko auf dem Programm, und Teams wie Serbien werden am 7. und 13. Oktober Playoff-Spiele gegen Finnland um die Qualifikation für die WM in Brasilien bestreiten.