Die Gemeinschaft der Verbände antifaschistischer Kämpfer und Antifaschisten der Gespanschaft Šibenik-Knin (ZUABA), bekannt auch durch das Museum des Sieges in Šibenik, hat offiziell eines der technologisch ambitioniertesten Projekte in der modernen Geschichte Kroatiens gestartet. Es handelt sich um ein auf künstlicher Intelligenz basierendes System, das kontinuierlich Hassrede und Geschichtsrevisionismus im Internet überwachen, analysieren und melden wird. In schwerwiegendsten Fällen bereitet es automatisch Unterlagen für die Staatsanwaltschaft vor.
Das Projekt stellt einen Präzedenzfall im zivilgesellschaftlichen Sektor der Republik Kroatien dar. Dahinter steht Denis Periša, einer der bekanntesten Computerexperten und Hacker Dalmatiens. Die Initiatoren warnen, dass sich die Aktionsformen faschistischer Ideologien im 21. Jahrhundert dramatisch verändert haben und dass es notwendig ist, die Methoden des Kampfes anzupassen.
"Faschismus verbreitet sich heute nicht mehr nur auf den Straßen. Sein Hauptschlachtfeld sind Internetportale, soziale Netzwerke und Kommentare, in denen Hass, Geschichtsrevisionismus und gewalttätiger Extremismus täglich normalisiert werden. Es ist an der Zeit, dass sich auch der Antifaschismus an die neue Ära anpasst", so die Initiatoren des Projekts.
Vier Schlüsselfunktionen des digitalen Schildes
Das entwickelte KI-Tool ist nicht als kurzfristige Kampagne gedacht, sondern als dauerhafte digitale Infrastruktur zur Verteidigung von Demokratie und Menschenrechten. Das System erfüllt vier Schlüsselfunktionen: automatisches Scannen öffentlich zugänglicher Internetinhalte, Erkennung von Hassrede und extremistischen Botschaften in Echtzeit, Analyse von Verbreitungsmustern von Hass im digitalen Raum sowie automatische Erstellung von Unterlagen zur Meldung schwerwiegendster Formen illegaler Inhalte an die zuständigen Behörden.
Als Beleg für die Wirksamkeit haben die Initiatoren ein Beispiel einer offiziellen Anzeige beigefügt, die während der Testphase des Projekts generiert und an die zuständigen Behörden gesendet wurde. Einige der automatisch Gemeldeten hatten bereits Journalisten des Portals Morski HR bedroht oder in der öffentlichen Internetkommunikation die Gesetze der Republik Kroatien verletzt.
Anzeigen, die bereits Früchte getragen haben
Die Wirksamkeit des Rechtssystems im Kampf gegen Drohungen gegenüber Journalisten bestätigt auch ein jüngster Fall. Die Staatsanwaltschaft hat nach 15 Monaten, am 4. Dezember, die Ermittlungen im Strafverfahren wegen einer Reihe schwerwiegender Drohungen gegen den Chefredakteur des Portals Morski HR, Jurica Gašpar, abgeschlossen. Das Ergebnis der Ermittlungen ist eine Anklage, die vor dem Amtsgericht in Split gegen drei Personen aus der Gruppe der Schiffsreeder erhoben wurde.
Das Portal Morski HR hatte zuvor auch über einen Mann berichtet, der in der Bucht Prihonja bei Vela Luka eine gecharterte Segeljacht mit einer englischen Familie an Bord gesteinigt und dabei der Charterfirma aus Dubrovnik einen materiellen Schaden von mindestens 2.500 Euro zugefügt hatte. Als das Portal diese Geschichte veröffentlichte, drohte derselbe Mann dem Journalisten mit den Worten: "Wenn du das veröffentlichst, bringe ich dich zu hundert Prozent um!"
Der Verband rief alle Antifaschisten, Bürger und zivilgesellschaftlichen Organisationen dazu auf, die Entwicklung des Projekts zu unterstützen und sich dem gemeinsamen Kampf anzuschließen. "Antifaschismus muss dort präsent sein, wo heute der Kampf stattfindet, im digitalen Raum", so die Initiatoren abschließend.